Wiener FPÖ zum Projekt "Lainzer Tunnel"

Madejski: Weitgehende Sicherheit nur bei zweiröhrigem Ausbau

Wien, (OTS) Den Standpunkt der Wiener FPÖ zum Projekt Lainzer Tunnel fasste Dienstagabend der Freiheitliche GR Dr. Herbert Madejski in einem Pressegespräch zusammen.

An erster Stelle stehe für die FPÖ die Frage der Sicherheit, die, so Madejski, nur bei einem zweiröhrigem Ausbau gegeben sei.
In diesem Zusammenhang übte der FPÖ-Politiker massive Kritik an der Wiener Feuerwehr, die noch 1990 in einem Schreiben an die HL-
AG erklärte, dass ein einröhriger Ausbau vom sicherheitstechnischen Standpunkt aus nicht vertretbar sei. 1998
gab es dann, so Madejski, eine unverständliche Kehrtwendung. Ab diesem Zeitpunkt hielt die Wiener Feuerwehr und ihr Branddirektor einen Ausbau mit zwei Röhren nicht mehr für notwendig. "Damit ist der Wiener Branddirektor europaweit der Einzige seines Faches, für den ein einröhriger Eisenbahntunnel gleich sicher ist wie ein zweiröhriger", stellte Madejski fest. Auch die geplanten Notausstiege seien ungeeignet, da zu hoch und zu eng. Madejski untermauerte seine Kritik mit einem Gutachten eines international anerkannten schweizer Tunnelbauexperten (Dipl.-Ing. Arturo Schatzmann), der sich nicht nur für einen zweiröhrigen Ausbau ausspricht, sondern auch die Baukosten für fast identisch bemisst, da ein zweiröhriger Ausbau bei gleicher Trassenbreite rascher maschinell durchgeführt werden könne und nicht zuletzt auch die laufenden Servicekosten für die Notausstiege entfallen könnten.

Erfahrungen im Tunnelbahnverkehr in Deutschland hätten dazu geführt, dass es keinen Mischverkehr Personen-Gütertransport mehr gebe und auch die ÖBB hätten im August 1999 untersagt, dass etwa im Karawankentunnel ein derartiger Mischverkehr stattfindet. Auch
im Arlberg- und Tauerntunnel seien ähnliche Maßnahmen geplant, berichtete der FPÖ-Politiker.

Der, von Minister Schmid verfügte, Baustopp beim Lainzer Tunnel sollte dazu genutzt werden, die bestehende Trasse noch
einmal zu überlegen und von unabhängigen Experten einen zweiröhrigen Ausbau prüfen zu lassen. Eine einjährige Bau-Pause bedeutet nach Auffassung Madejskis keinen Zeitverlust für das gesamte Projekt. Wenn sich die HL-AG an ihre 1990 vorgelegten Zeitpläne gehalten hätte, wäre der Lainzer Tunnel bereits fertig gestellt, betonte der FPÖ-Politiker. Die FPÖ sage ja zu einer West-Süd-Bahnverbindung, aber nur mit zweiröhrigem Ausbau. Den Anrainern der Verbindungsbahn sollte in diesem Zusammenhang die Wahrheit gesagt werden, nämlich, dass der Lainzer Tunnel keine Verkehrsreduktion für die Verbindungsbahn bedeute. Zum Argument, Wien könne durch den Baustopp kein TEN-Knoten werden, stellte Madejski fest, dass "dieser Zug ohnehin schon längst abgefahren" sei. (Schluss) js/rr

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