KFV: Geisterfahrern drohen jetzt Haftstrafen

Wien (OTS) - Zusätzlich zum Führerscheinentzug für drei Monate kann eine Verkehrspsychologische Untersuchung angeordnet werden und laut aktueller OGH-Entscheidung ist Geisterfahren auf Autobahnen gerichtlich strafbar. =

Die aktuelle OGH-Entscheidung stellt erstmals
ausdrücklich fest, daß sich Geisterfahrer auf der Autobahn gerichtlich strafbar machen. "Damit wurde ein abschreckendes Instrument geschaffen, das dem Gefahrenpotential von Geisterfahrern entgegentritt," sagt Mag. Armin Kaltenegger von der KfV-Rechtsabteilung und fährt fort: "Geisterfahrer führen Gefahrensituationen herbei, die eine größere Anzahl von Verkehrsteilnehmern gefährden. Letztlich hängt es nur vom Zufall ab, ob Personen zu Schaden kommen oder nicht. Dafür haben sie sich künftig - auch wenn es zu keinem Unfall kommt - vor Gericht zu verantworten."

Die OGH-Entscheidung im Detail:

Geisterfahrer auf Autobahnen machen sich der "fahrlässigen Gemeingefährdung" nach § 177 Strafgesetzbuch strafbar. Für dieses Delikt droht grundsätzlich eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Wird bei einem Geisterfahrerunfall ein Mensch getötet oder eine größere Anzahl von Verkehrsteilnehmern schwer verletzt, wird eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren verhängt. Verun glückt eine größere Anzahl von Personen tödlich, beträgt die Höchststrafe bereits fünf Jahre.

Zusätzlich zu dem OGH-Vorstoß kann die Verwaltungsbehörde eine Verkehrspsychologische Untersuchung anordnen, wenn an der verkehrspsychologischen Fähigkeit des Lenkers, ein Fahrzeug zu lenken gezweifelt wird. Der derzeit bestehende zwingende Führerscheinentzug von mindestens drei Monaten bleibt weiterhin aufrecht.

Gefahrenquelle Geisterfahrer:

Von 1987 bis 1999 ereigneten sich in Österreich 155 Geisterfahrerunfälle mit Personenschaden, dabei wurden 74 Menschen getötet, 177 schwer und 132 Personen leicht verletzt. Der Anteil der Geisterfahrerunfälle am Gesamtunfallgeschehen auf Autobahnen ist mit 0,4% zwar verschwindend gering. Aber die Emotionen rund um das Thema Geisterfahrer spiegeln die Angst der Autofahrer, einem Geisterfahrer zu begegnen oder gar selbst einer zu werden, wider. Zu Recht: Jeder zweite Geisterfahrerunfall führt zu einer Frontalkollision, aufgrund der hohen Aufprallgeschwindigkeit ist das Risiko dabei getötet oder schwer verletzt zu werden sehr hoch. Hoch sind auch die Unfallfolgekosten, die sich auf rund 1 Mrd. Schilling belaufen.

Erstmals liegt für ganz Österreich eine KfV-Studie im Auftrag des Verkehrsministeriums vor, die das Phantom Geisterfahrer demaskiert:
Geisterfahrer sind zu 85% männlich und Inländer, jeder zweite ist unter 40 und alkoholisiert, etwa 39% verfahren sich an ihnen bekannten Abzweigungen. Wünschenswert, wenn die neue Rechtslage einen Beitrag dazu leistet, Geisterfahrerunfälle einzudämmen.

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