ÖGJ-Wien: Rekordteilnahme beim Jugendsporttag

Lehrlingsausbildung verbessern, nicht abwerten

Wien (ÖGJ). Mit einer Rekordteilnahme von mehr als 2.800 Lehrlingen aus Wien begann heute der 35. Jugendsporttag der Wiener Gewerkschaftsjugend. ÖGJ-Wien-Vorsitzender Thomas Bohrn wertet diesen enormen Ansturm auch als politisches Zeichen und meint: "Wir haben heute zwar ein Sportfest, aber der enorme Zulauf zeigt auch, dass die Lehrlinge sich wieder um die Gewerkschaftsjugend scharen."++++

Die Bundesregierung fordert der ÖGJ-Wien-Vorsitzende auf die Lehrlingsausbildung endlich zu verbessern und nicht schon wieder den Lehrherrn zusätzliche Förderungen in ihr Körberl zu zu werfen. Bohrn:
"Die Regierung will, dass die Lehrverträge von den Lehrherrn leichter gekündigt werden können, die Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit ruht, die Probezeit verlängert und die Behaltefrist nach dem Lehrabschluss verkürzt wird. Damit hat die Regierung auch die Lehrlinge ins Visier genommen. So geht das nicht."

Die Gewerkschaftsjugend fordert eine faire Finanzierung der Berufsausbildung durch einen Lastenausgleich zwischen Ausbildungsbetrieben und jenen die keine Lehrlinge ausbilden. Weiters sollen zukunftsweisende Flächenberufe, etwa im Bereich der neuen Medien, geschaffen werden. Auch ist dafür zu sorgen, dass jeder Jugendliche, der eine Lehrlingsausbildung machen möchte, sie -unabhängig davon ob die Wirtschaft dafür Kapazitäten zur Verfügung stellt - auch machen kann. Die geplante Streichung der Mittel für Stiftungsmassnahmen würde genau das Gegenteil bedeuten. Bohrn: "Wenn die Bundesregierung ihre Pläne verwirklicht, dann wird es in Zukunft weniger qualifizierte Jungfacharbeiter geben und die Wirtschaftsbosse werden wieder in das Geheul von den schlecht ausgebildeten ArbeitnehmerInnen einstimmen."

Der Wiener ÖGJ-Vorsitzende fordert auch ein verstärktes Vorgehen gegen zunehmende rechtsextreme Tendenzen und will, dass verstärkt Projekte zur Integration von Zuwanderern gestartet werden. Weiters kritisiert er die jüngsten Massnahmen des Innenministers gegen die Zivildiener. Bohrn: "Mit 43 Schilling Verpflegsgeld pro Tag kann niemand leben. So werden viele Zivildiener in die soziale Notlage gedrängt. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass viele junge Männer durch die enorm lange Wartezeit auf den Antritt des Zivildienstes in die Arbeitslosigkeit abgeschoben werden."

Nichts hält der Wiener ÖGJ-Vorsitzende vom Privatisierungsdrang der Regierung. Bohrn: "Gerade die Betriebe des Öffentlichen Dienstes und die verstaatlichten sowie teilverstaatlichten Unternehmen bilden im höheren Ausmass qualifizierte Facharbeiter aus, als die Privatwirtschaft. Mit dem Verkauf dieser Betriebe werden viele Lehrstellen einfach gestrichen werden. Das wird die Bundesregierung zu verantworten haben."(ff)

ÖGB, 24. Mai 2000 Nr. 402

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