Buchhandel: Kulturgut Buch auch im Internet schützen!

Buchwirtschaft kritisiert Ausnahme des inländischen Internet-Buchhandels von Buchpreis-Bindung - kleine Händler bedroht

Wien (PWK) - "Der jüngste Beschluss des parlamentarischen Kulturausschusses in Sachen Buchpreisfestsetzung wird über kurz oder lang zu einem massiven Buchhändler-Sterben führen. Vor allem die beratungsintensiven kleinen und mittleren Buchhandlungen und Verlage werden gegenüber den finanzstarken Großfilialisten, die auch das Internetgeschäft dominieren, unter die Räder kommen. Es wird auch das Ziel klar verfehlt, eine Vielfalt an Büchern dem Konsumenten in ganz Österreich zu vertretbaren Preisen anbieten zu können. In Zukunft wird die Bestseller-Manie noch viel größer werden."

Bernhard Weis, Vorsteher des Bundesgremiums Buch- und Medienwirtschaft, kritisiert am entsprechenden Beschluss des Kulturausschusses vor allem, dass der klassische Buchhandel sowie der Versand-Buchhandel gegenüber dem rasch wachsenden Internet-Buchhandel vom Gesetzgeber krass benachteiligt werden. Während die Chancengleichheit im klassischen Buchhandel sowohl für Buchhandlungen als auch für das Kulturgut Buch in Form eines EU-konformen Preisfestsetzungssystems festgeschrieben werden soll, sollen nach dem Willen des Kulturausschusses für den Inlands-Online-Buchhandel keinerlei Regeln gelten. Damit ist eine massive Wettbewerbsverzerrung unter inländischen Anbietern gegeben. Weis: "Damit wäre Österreich das einzige Land in Europa, das den nationalen Internetbuchhandel anders regelt als den klassischen innerstaatlichen Buchhandel. Auch in Deutschland unterliegt der nationale Internet-Buchhandel den selben Spielregeln wie der "normale" Buchhandel. Auch der bekannteste Internet-Buchhändler "amazon. de" hält im innerdeutschen, aber auch im grenzüberschreitenden Buchhandel die deutschen Vertrags- und Rabattregeln ein."

Auch das EU-Recht verlangt keine Sonderregelung für den Internethandel. Die EU-Kommission hat daher gegenüber dem Buchhandel lediglich festgestellt, dass grenzüberschreitende Systeme nicht mehr zulässig sind.

Weis: "Eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung zwischen klassischem Buch- sowie Versandhandel und Internet-Buchhandel ist für die Buchwirtschaft und die Autoren nicht akzeptabel. Wir alle erwarten uns bis zur zweiten Lesung der Gesetzesmaterie im Plenum des Nationalrates ein Umdenken der Abgeordneten." (RH)

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