AK: Österreichischer Arbeitsmarkt braucht besonderen Schutz bei Osterweiterung

EU Studie unterschätzt Auswirkungen - Regierung muss Schutzregeln für Arbeitsmarkt verhandeln

Wien (AK) - Einen großem Druck auf den österreichischen Arbeitsmarkt befürchtet die Arbeiterkammer, wenn bei einer Osterweiterung der österreichische Arbeitsmarkt nicht geschützt wird. Die im Auftrag der EU vorgestellten Berechnungen eines Forschungskonsortiums bestätigen diese Auffassung der AK. Danach werden bei einer Osterweiterung 335.000 Einwanderer pro Jahr erwartet, die sich aber auf den EU Raum ungleichmäßig verteilen, Österreich und Deutschland werden besonders betroffen sein. Die Studie hat allerdings die Pendler nicht erfaßt und unterschätzt daher die Auswirkungen einer Öffnung des Arbeitsmarktes. Die AK verlangt von der Regierung, in den am Donnerstag beginnenden Verhandlungen auf Schutzregelungen für den heimischen Arbeitsmarkt zu bestehen. ****

335.000 Einwanderer pro Jahr aus den 10 osteuropäischen Beitrittswerberländern werden in Europa Arbeit suchen, sagt eine EU-Studie eines internationalen Forschungskonsortium, 40.000 davon in Österreich. Diese Zahlen stimmen ungefähr mit jenen überein, die das Wifo im Auftrag der AK bereits 1998 errechnet hat. Nach der Wifo-Studie würden bei einer sofortigen Erweiterung allein aus den fünf Nachbarländern plus Polen rund 20.000 Arbeitskräfte pro Jahr in Österreich einwandern wollen.

Nach der Studie würden ein Großteil der Einwanderer nach Deutschland und Österreich wollen. Was für die EU insgesamt also nicht als Problem erscheint, wird für die hauptbetroffenen Länder zu einem starken Andrang am Arbeitsmarkt führen, erklärt die AK.

Die Studie unterschätzt allerdings die Auswirkungen deshalb, weil sie die Arbeitspendler nicht erfaßt hat. Laut Wifo-Berechnungen werden bis zu 25.000 Pendler pro Jahr in Österreich Arbeit suchen, wenn der Arbeitsmarkt geöffnet wäre. Auch die EU-Studie gibt an, dass in an Beitrittsländer angrenzenden Regionen mit Problemen zu rechnen sei. In Österreich leben rund 5 Millionen Menschen in den Ballungszentren, die nahe an den Beitrittsländern liegen.

Einkommensunterschiede bleiben lange
Als besorgniserregend bezeichnet die AK, dass die EU-Studie die "Halbwertszeit" der Annäherung der Einkommensunterschied mit 30 Jahren errechnet. So lange wird es dauern, bis bei derzeitigem Wachstumstempo die Einkommen in den Beitrittsländern die Hälfte des europäischen Niveaus erreicht haben werden.

Die AK fordert daher von der Bundesregierung, angesichts dieses langsamen Aufholprozesses auf Schutzregelungen für den österreichischen Arbeitsmarkt zu bestehen. Eine bloße Übergangsfrist werde nicht ausreichen, erklärt die AK. Eine Öffnung des Arbeitsmarktes könne nicht möglich sein, so lange Wirtschaftskraft und Einkommen so weit hinter der Entwicklung Europas nachhinken.

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