Zementindustrie wächst 1999 um 4,4%

VÖZ: Sparkurs bei Infrastruktur gefährdet Wirtschaftsstandort Österreich

Wien (OTS) - Die österreichische Zementindustrie hat im Jahr 1999 die Talsohle überschritten. Erstmals seit den massiven Einbrüchen im Zementabsatz Mitte der 90er Jahre spüren die neun in der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie (VÖZ) zusammengeschlossenen Zementwerke eine klare Trendwende. Während sich in anderen Baustoffbereichen die Talfahrt der vergangenen Jahre fortgesetzt hat, erhöht sich der Umsatz der heimischen Zementindustrie auf 3,53 Milliarden Schilling (+ 4,4%) deutlich. Die Billigimporte aus Osteuropa konnten um 18%, bei einem Marktanteil von etwa 19%, auf den Stand von 1994 zurückgedrängt werden.

"Die Strategie der österreichischen Zementerzeuger ist klar: mit höchster Qualität, innovativen Produkten, Flexibilität und Kundenorientierung grenzen wir uns von den ausländischen Mitbewerbern eindeutig ab. Darauf werden wir auch in Zukunft verstärkt setzen." erklärt Generaldirektor MMag. Dr. Martin Kriegner, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Zementindustrie. "Allerdings geben die schlechten Perspektiven der Bauwirtschaft Anlaß zur Sorge. Das reale Produktionswachstum der Bauwirtschaft hat sich von 1998 auf 1999 halbiert und betrug im Vorjahr 1,3%. Damit liegt die Bauwirtschaft deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von 2,2%." Insgesamt wurden in der österreichischen Bauwirtschaft 241 Milliarden Schilling erwirtschaftet. Dieser Wert liegt in etwa ein Drittel über dem Tourismus und beträgt nahezu das Vierfache der Landwirtschaft. Mehr als 265.000 Mitarbeiter, das entspricht 8,6% aller in Österreich Beschäftigten, arbeiten im Bauwesen.

VÖZ fordert Standortabsicherung durch mehr Investitionen in die Infrastruktur

Gerade vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund sei es wichtig, die Rahmenbedingungen für die heimische Zementindustrie maßgeblich zu verbessern. "Eine zentrale Forderung der VÖZ ist die Verbesserung der Infrastruktur, die der entscheidende Faktor für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich geworden ist," so Kriegner. "Die österreichische Verkehrspolitik ist von einem zukunftsorientierten, modularen Ausbau weit entfernt. Zahlreiche Studien und Warnungen von Experten, selbst im Inland, dokumentieren die Versäumnisse österreichischer Politik. Auch im Rahmen der bevorstehenden EU-Erweiterung ist eine Standortabsicherung durch zukunftsweisende Infrastrukturprojekte dringlicher denn je," betont Kriegner. Nur so könnten Unternehmen in Österreich investieren, Arbeitsplätze sichern und schaffen. Die Investition von 1 Milliarde Schilling in Bauten sichere immerhin 1300 Arbeitsplätze. "Die Politik ist gefordert, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Österreich hier nicht zum Schlusslicht Europas wird. Daher muß auch der Wirtschaftsfaktor Bauindustrie gestärkt werden, um an westeuropäisches Niveau aufzuschließen," so Kriegner.

VÖZ gegen Änderung der Wohnbauförderung

Auch die derzeitige Diskussion zur Wohnbauförderung sei mehr als kontraproduktiv. Die VÖZ spreche sich klar gegen die beabsichtigte Kürzung der Wohnbauförderungsmittel und die Versuche, die Zweckbindung aufzuheben, aus. "Es ist absolut nicht einzusehen, dass mit Wohnbauförderungsmitteln künftig das "Karenzgeld für Alle" finanziert werden soll. Ein Abgang von der derzeitigen Förderungspraxis wird nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze am Bau kosten und Wohnungen massiv verteuern sondern auch die Qualitätsstandards Hoch- und Wohnbau gefährden," kritisiert Kriegner.

Innovativer Beton "Made in Austria"

"An der Umsatzsteigerung des letzten Jahres sieht man klar:
Qualität zahlt sich aus," erklärt Dr. Ernst Roubin, Geschäftsführer der VÖZ. Die Investitionen in die Forschung zur Weiterentwicklung des Baustoffs Beton hätten sich rentiert. "Beton ist nicht mehr länger ein austauschbares Massenprodukt. Beton ist zum modernen Hightech Produkt geworden, das maßgeschneiderte Anwendungen für hochspezialisierte Einsatzbereiche bietet. Angesichts der angespannten Situation der österreichischen Bauwirtschaft ist es besonders wichtig, innovative und wirtschaftlich rentablere Werkstoffe und Bauverfahren zu entwickeln," so Roubin. Hochleistungsbeton (HLB), aber auch Recyclingbauweisen und lärmmindernde Autobahnbeläge - zahlreiche international richtungsweisende Innovationen kommen aus den Forschungslabors der österreichischen Zementindustrie. "Wir haben mit unseren Forschungsergebnissen viele Bauprozesse optimiert und damit auch rentabler gemacht. Die neuen Technologien am Bau bieten auch gute Chancen für neue, qualifizierte Arbeitsplätze." Die VÖZ unterstützt und berät Entscheidungsträger mit umfassenden Daten, Fakten und neuesten Forschungsergebnissen aus den eigenen Labors. Die Vereinigung trägt so maßgeblich zum Erfolg von österreichischen Projekten im Hoch- und Tiefbau bei. (Schluß)

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