"Neues Volksblatt" Kommentar: "Rückschlüsse" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 23. Mai 2000

LINZ (OTS) - Ein Herzschrittmacher - 28.000 Schilling. Eine Lungenentzündung - 6000 Schilling. Diese Selbstbehalte werden zwar, das hat die Regierung unmissverständlich erklärt, nicht kommen. In einer AK-Broschüre finden sie sich trotzdem. Man kann davon ausgehen, dass solche Berechnungen in der Bevölkerung "hängen bleiben" - und mit für die klaren Gewinne der SP-Gewerkschafter und deutlichen Verluste von VP- und FP-Arbeitnehmern bei den AK-Wahlen verantwortlich sind. Sich deutlich abzeichnende Sparmaßnahmen, deren genaue Inhalte aber noch unklar sind, haben den SP-Gewerkschaftern in der Bevölkerung eine Verunsicherung beschert, die sie, mit allen Mitteln, für sich ausnutzen konnte. Dazu kommen, von der FPÖ getrieben, teils berechtigte, teils aber überzogene Attacken gegen die AK, die den unguten (und von der AK geförderten) Eindruck erwecken mussten, die gesetzliche Arbeitnehmervertretung solle zum Schweigen gebracht werden - ein weiteres Plus für die SP-Gewerkschafter.

In einem halben Jahr, wenn Klarheit über die Maßnahmen herrschen sollte, wären AK-Wahlen für ÖAAB und FP-Arbeitnehmer wohl nicht mehr ganz so schlecht ausgefallen. Rückschlüsse auf die allgemeine politische Lage aus den AK-Wahlergebnissen sind jedenfalls schon heute unzulässig.

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