"Kleine Zeitung" Kommentar: Mission (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 23.5.2000

Graz (OTS) - Die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zur Normalisierung kommt, ist zwar minimal, doch kann man ja davon träumen, dass die 14 EU-Partner beim Gipfel im portugiesischen Feira die Sanktionen gegen Österreich aufheben, ohne einschränkende Bedingungen an die Amnestie zu knüpfen.

Eine Entschuldigung, dass Österreich Unrech tgetan worden sei, wird zwar niemand erwarten, aber eine Erklärung müssten die EU-14 für den Sinneswandel schon abgeben.

Schwer vorstellbar ist, dass die Staats- und Regierungschefs, die in einer Blitzaktion den Boykott über Österreich verhängt haben, eingestehen, dass sie einem kollektiven Irrtum unterlegen waren.

Sie müssten sich eine andere Begründung einfallen lassen. Etwa das Argument, dass die Sanktionen Jörg Haider zum Rücktritt
als Parteichef gezwungen und Wolfgang Schüssel unmissverständlich vor Augen geführt haben, auf welch schmalem Grad sich seine Regierung bewegt.

Was würde dies für die Opposition in Österreich bedeuten? Kann sie sich den Persilschein für die Regierung überhaupt wünschen?

Alfred Gusenbauer hat sich mit der Reise nach Berlin und Brüssel auf eine Mission impossible eingelassen. ****

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