KfV begrüßt Vorstoß von Innenminister Strasser in Richtung Punkteführerschein

Wien (OTS) - Der Punkteführerschein ist eine Anleitung zum angepaßten Fahren, die laut KfV-Umfrage von 2/3 der Österreicher befürwortet wird. Das KfV unterstützt die Einladung zum Dialog von Minister Strasser

"Unser Kampf gilt den Rasern, insbesondere den Alko-Rasern" sagte Innenminister Ernst Strasser in der sonntäglichen Pressestunde. In diesem Zusammenhang erwähnte der Minister den Punkteführerschein, dessen Einführung erneut und sachlich zu diskutieren ist. Das KfV unterstützt und begrüßt diesen Vorstoß von Innenminister Strasser. Damit wird eine langjährige KfV-Forderung, den Punkteführerschein konstruktiv zu diskutieren, verwirklicht.

"Wir brauchen ein probates Mittel, um diese steigenden Unfallzahlen zu reduzieren", sagt KfV-Direktor Dr. Othmar Thann und fährt fort:
"der Punkteführerschein ist eine international bewährte Maßnahme, die sicherheitsbewußtes Fahren belohnt, Wiederholungstäter und notorische Rowdies aus dem Verkehr zieht." Daß Handlungsbedarf besteht, beweist der tragische Unfall im Burgenland: Ein alkoholisierter Lenker, dem Medienberichten zufolge schon mehrmals der Führerschein entzogen wurde, hat ein drei Monate altes Kind tödlich verletzt.

Das KfV hat für die Einführung des Punkteführerscheins Pionierarbeit geleistet, Diskussionspapiere geliefert und im Vorjahr eine IMAS-Umfrage durchgeführt, die die Österreicher als umsichtige Verkehrspolitiker zeigt:

Die Meinung der Österreicher zum Punkteführerschein:

Zwei Drittel der Bevölkerung befürwortet die Einführung des Punkteführerscheins, 71% der Frauen sind dafür, knapp gefolgt von 67% der Männer. Die meisten Gegenstimmen finden sich unter den Vielfahrern (22%), sie unterliegen dem Irrglauben, daß Vielfahrer stärker von den Sanktionen betroffen werden. Richtig ist vielmehr, daß jene, die mehr Kilometer zurücklegen, auch stärker durch Unfälle - verursacht durch unangepaßte Fahrer - gefährdet sind. Strafpunkte erhalten nur diejenigen, die sich rücksichtslos über Regelungen hinwegsetzen.

Verkehrsrowdies werden von einem Großteil der Österreicher, 88%, als Gefahrenquelle wahrgenommen, ihr Anteil am Verkehrsgeschehen wird auf 10% eingeschätzt. Die Praxis in Deutschland zeigt, daß es viel weniger Raser gibt, als angenommen: Etwa 0,3 - der Kraftfahrer wird jährlich der Führerschein aufgrund ihrer Punkteanzahl entzogen. Die Mehrheit der Autofahrer fährt umsichtig und angepaßt, nur eine Minderheit verstößt grob gegen die Regeln. Der Punkteführerschein filtert diese notorischen Wiederholungstäter und zieht sie zur Rechenschaft.

Schwere Delikte sollen zusätzlich zur geltenden Strafregelung mit Punkten in ein zentrales Führerscheinregister eingetragen werden. Herr und Frau Österreicher sind sich bei den schweren Überschreitungen einig:

  • Extreme Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • Alkohol am Steuer
  • zu geringer Abstand
  • Mißachtung des Überholverbots sollten in den Punktekatalog aufgenommen werden.

Die Androhung, bei diesen schweren Überschreitungen den Führerschein aufs Spiel zu setzen, wirkt sich positiv auf das Fahrverhalten aus und motiviert Fahrer und Fahrerinnen zum angepaßten Fahren. Ziel des Punkeführerscheins ist nicht der Entzug, sondern ein "Bewährungsmodell", das rücksichtslosen Autofahrern die Chance gibt, ihre Fahrweise zu verbessern und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöht.

Die Unfallzahlen der Vorwoche:

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 14 PKW-Insassen (davon 12 Lenker), 1 Lkw-Lenker, 2 Motorrad-Lenker, 2 Moped-Lenker, 1 Radfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (5), Vorrangverletzung (6), Überholen (1) und Unachtsamkeit (1) festgestellt werden. Bei 6 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Fußgänger kam durch Fremdverschulden ums Leben. 6 der 19 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang waren so genannte "Alleinunfälle". 2 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

Vom 1. Jänner bis zum 21. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 334 Verkehrstote, (30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende März berücksichtigt), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 338 Menschen tödlich.

- Bitte beachten Sie auch die Aussendung des BMI (OTS0047) unter http://www.bmi.gv.at/

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

KfV / Pressestelle
Mag. Petra Rathmanner
Tel.: 01/71770-225 DW
e-Mail: pr@kfv.or.at
Internet: http://www.kfv.or.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS