"Neues Volksblatt" Kommentar: "Strasser" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 22. Mai 2000

Linz (OTS) - Das Ritual ist so alt wie die Pressestunde des ORF selbst: In den Reaktionen der "gegnerischen" Parteizentralen wird der jeweilige Gast der TV-Sendung erbarmungslos niedergemacht. Gebetsmühlenartig fallen Kommentare wie "wenig kompetent", "ahnungslos", "blauäugig" oder "jede Antwort schuldig geblieben". Auch bei Innenminister Strasser, Gast der Pressestunde von gestern, war es nicht anders. (Der Verdacht, dass manch einer der Parteisprecher die Sendung gar nicht gesehen hat und sich vorgedruckter Statements bedient, kursiert schon lange).

Unvoreingenommene Seher und Hörer der gestrigen Pressestunde kamen indes zu folgendem Schluss: Ernst Strasser hat gut 100 Tage nach Einzug ins Innenministerium nicht nur Überblick, sondern auch Kompetenz bewiesen. Dass der gebürtige Oberösterreicher darüber hinaus über eine gute (bei Politikern eher selten gewordene) Portion an Reaktionsvermögen und Schlagfertigkeit verfügt, rundet ein Bild ab, das dem Jung-Star der neuen Regierung sicher nicht zum Nachteil in seiner weiteren Karriere erwachsen dürfte. Erstmals seit langem hat diesmal ein Innenminister nicht herumgefaselt, sondern auch zugestanden und ohne Wenn und Aber Position bezogen. Ein bemerkenswerter Start.

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