Ab Juni kostenlose Rechtsberatung für Frauen in allen Bezirken des Landes Salzburg

Burgstaller: Frauen sollen sich ihrer Rechte bewusst werden / Bilanz zu einem Jahr Rechtsberatung von Frauen für Frauen

Salzburg (OTS) - Seit März vergangenen Jahres gibt
es das Angebot einer Rechtsberatung für Frauen im
Pinzgau, Pongau und Lungau. Mehr als 160 Frauen aus
diesen Bezirken wurden bisher von zwei Juristinnen im
Auftrag des Büros für Frauenfragen und Gleichbehandlung
kompetent und kostenlos über ihre Rechte beraten und
informiert. Im Mittelpunkt steht unter anderem das neue
Eherecht, das seit 1. Jänner 2000 zum Beispiel auch für
schuldig geschiedene Partnerinnen Unterhaltsleistungen
vorsieht.

"Frauen sollen sich ihrer Rechte bewusst werden.
Dazu gibt es dieses unentgeltliche Service des Landes.
Frauen sollten sich rechtzeitig, am besten vor einer
Eheschließung, jedenfalls aber vor einer Scheidung,
informieren! Gut beraten und informiert kann jede Frau
die für sie richtigen Entscheidungen treffen", ermutigt
heute, Sonntag, 21. Mai, Frauenreferentin Landesrätin
Mag. Gabi Burgstaller die Betroffenen, dieses Angebot
des Landes zu nützen. Zudem wird das Beratungsangebot ab
kommenden Juni auf den Tennengau und den Flachgau -
somit flächendeckend auf alle Bezirke - ausgedehnt.
"Alle Frauen im Bundesland Salzburg sollen den gleichen
Zugang zum Recht erhalten", so die Landesrätin. "Nicht
die Frauen sollen zu uns in die Stadt kommen, sondern
wir kommen zu ihnen aufs Land", ist das Motto für die Rechtsberatung in den Bezirken.

Wenn es in der Beziehung zu kriseln beginnt, sind
Frauen sehr oft geneigt, ihren Männern zu glauben,
beispielsweise dass ihnen nichts zusteht, dass sie ohne
ihn nicht existieren können, dass sie im Falle einer
Scheidung die Obsorge für ihre Kinder nicht bekommen
werden, dass sie keinen Anspruch auf Unterhalt haben.
Die Realität schaut meist anders aus, zeigen die
Erfahrungen aus der Rechtsberatung. "Die Entscheidung,
juristische Beratung für Frauen in den Bezirken
anzubieten, hat sich aus der starken Nachfrage und den wissenschaftlich fundierten Ergebnissen aus dem 2.
Frauenbericht ergeben, durch den vor allem in der
Beratung große Defizite für Frauen immer wieder
festgestellt wurden. Darauf haben wir mit der
Rechtsberatung von Frauen für Frauen rasch und flexibel
reagiert", sagt Mag. Romana Rotschopf, Leiterin des
Büros für Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes.

Beide Ehepartner leiden unter einer Scheidung -
sowohl psychisch als auch finanziell. Für Frauen hat
eine Scheidung aber sehr oft noch eine weitere
finanzielle Dimension: Zeiten, in denen sie für die
Kindererziehung aus dem Beruf ausgestiegen ist, wirken
sich negativ auf die Höhe der Pension aus. Zu wenig Anspruchsmonate, geringe Beitragsmonate durch Karenz-
oder Ersatzzeiten treffen in der Regel nur Frauen. Hier
ist es wichtig, die Konsequenzen zu kennen, bevor "frau"
einem Unterhaltsverzicht zustimmt.

Die Juristinnen der Rechtsberatung gehen auf die Lebenssituation der Frauen individuell ein. Die Themen
reichen von Streitfragen während der Ehe bis hin zu Scheidungsproblemen. Immer wieder ist die materielle
Seite ein Thema, zum Beispiel beim Unterhalt für die
Frau und für die Kinder, bei der Aufteilung des
Vermögens, beim Erbrecht, bei der sozialrechtlichen
Absicherung und leider sehr oft bei der Mithaftung für
Kredite.

"Die Liste der Missstände ist ellenlang. Nachdem
sich der Rauch traumhafter Hochzeitstage verzogen hat,
kommt für viele der nüchterne Alltag. Damit das Leben
danach nicht zur finanziellen Hölle wird, wollen wir mit kompetenter Beratung und konkreter Hilfe reagieren",
schließt die Landesrätin.

Terminvereinbarungen sind über folgende Stellen
möglich:
Pongau: Bischofshofen, Verein "Frau und Arbeit",
Karolina Altmann, Telefon 06462/6180, Beratung im
Gemeindeamt Bischofshofen.

Pinzgau: Zell am See, Verein "Frau und Arbeit", Traudi
Kirchlechner, Telefon 06542/73048, Beratung in der Bezirkshauptmannschaft Zell am See.

Lungau: Tamsweg, Verein "Frau und Arbeit", Rosa Tüchler,
Telefon 06474/8273-19, Beratung im Sozialzentrum
Tamsweg.

Tennengau: Hallein, Verein "Frau und Arbeit", Trude
Hell, Telefon 0662/880723-11, Beratung im Sitzungszimmer
des ÖGB Hallein.
Abtenau: Büro für Frauenfragen und Gleichbehandlung,
Hermine Lettner, Telefon 0662/8042-3405, Beratung im
Krankenhaus Abtenau.

Flachgau: Bürmoos, FBB - FrauenBeratungBürmoos, Renate
Holzbauer, Ingrid Fritz, Telefon 06274/6003, Beratung in
der FrauenBeratungBürmoos.
Straßwalchen: Service- und Familienbüro Strasswalchen,
Heidemarie Mitterbauer, Telefon 06215/5308, Beratung im
Service- und Familienbüro.

Die Landesrätin ist am Sonntag von 12.00 bis 14.00 Uhr
unter 0664 / 21 00 798 erreichbar.

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