"profil": Wiesenthal: "Formelle Entschuldigung war das nicht"

Simon Wiesenthal über die aktuelle Vergangenheitsaufarbeitung durch Regierung und SPÖ

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, steht Simon Wiesenthal der Regierungsbeteiligung der FPÖ weiter ablehnend gegenüber. Auf die Frage, ob er nach der Einigung auf einen "Versöhnungsfonds" für NS-

Zwangsarbeiter mit der Regierung nun versöhnt sei, sagte Wiesenthal im "profil"-Interview: "Nein. Die Freiheitlichen können Generaldirektoren sein, aber regieren sollen sie uns nicht."

Die nunmehrigen ÖVP-FPÖ-Regierung so entschlossen an das Abtragen historischer Schuld gehe: "Österreichs Regierung ist die erste, die von den EU-Ländern mit Sanktionen belegt worden ist. Jetzt muss sie den Sanktionen etwas entgegensetzen."

Den "Versöhnungsfonds" bezeichnete Wiesenthal als "ersten Schritt", der Gesprächspartner Österreichs für NS- Opfer, Ernst Sucharipa, stehe vor einer grossen Aufgabe.

Wiesenthal: "Viele haben immer noch nicht erfasst warum Juden damals flüchten mussten. Sie denken, da kommt jemand, der ihnen die Wohnung wegnehmen will."

Enttäuscht zeigte sich Wiesenthal im "profil"-Interview von der Erklärung SP-Chefs Alfred Gusenbauer zum tiefen Konflikt Kreiskys mit ihm. Simon Wiesenthal: "Eine formelle Entschuldigung war das nicht. Gusenbauer bezeichnete Kreiskys Vorwürfe gegen mich 'von Ton und Inhalt her unfair und inakzeptabel'. Einem Juden vorzuwerfen, dass er Nazi-Agent und Nazi-Kollaborateur war, ist schlimmer als ein Mordvorwurf. Dabei musste Bruno Kreisky wissen, was das bedeutet, wir waren Blätter vom selben Baum." Gusenbauer habe ihn, Wiesenthal, weder persönlich noch brieflich kontaktiert."

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