Politische Willkür bei der Entscheidung über die Tiroler Jugendanwaltschaft?

Experten der Jugendarbeit wurden lächerlich gemacht

Wien (OTS) - Die Ständige Konferenz der Österreichischen Kinder-und Jugendanwälte ist über die Vorgangsweise bei der Neubestellung des Tiroler Jugendanwaltes zutiefst betroffen.****

Wie bekannt wurde, hatte der scheidende Jugendanwalt von Tirol Mag. Franz Preishuber vom Jugendwohlfahrtsbeirat beim Hearing eine nahezu einstimmige Befürwortung erhalten.

Selbstverständlich hat jede Landesregierung diejenigen Kandidaten zu bestellen, die ihr am geeignetsten erscheint. Vollkommen unverständlich ist aber die Tatsache, dass bei Beiziehung von Fachexperten (Tiroler Landesjugendbeirat) in der Kandidatenauswahl das Ergebnis dieses Beirates vollkommen negiert wird.

Experten brüskiert

Es wirft sich die Frage auf, wieso politische Entscheidungen bei der Besetzung von Jugendanwälten so diametral gegen die Meinung der Expertnen gefällt werden. Weiters ist vollkommen unklar, warum dann überhaupt ein derartiges Vorgehen gewählt wird, wenn das Ergebnis der Experten durch die politische Entscheidung ins Lächerliche gezogen wird. Die Ständige Konferenz ist bestürzt und äußerst besorgt darüber, dass jugendpolitische Personalentscheidungen scheinbar völlig abgehoben von der Fachmeinung der Spitzenvertreter der Jugendwohlfahrt und der Jugendarbeit getroffen werden.

Standards gröblichst verletzt Ein transparentes und objektives, ausschließlich auf fachliche Aspekte zurückgreifendes Auswahlverfahren gehört als wesentliches Qualitätskriterium zum Standard von Ombudseinrichtungen wie z.B. den Kinder- und Jugendanwälten. Im konkreten Fall erfährt die Öffentlichkeit mit keinem Wort, warum die Kompetenz von Mag. Preishuber von der Tiroler Landesregierung völlig anders gesehen wird als vom Jugendwohlfahrtsbeirat. Es ist auch weder inhaltlich noch organisatorisch in den vergangenen fünf Jahren Kritik an seiner Arbeit geübt worden.

Personen, denen Mag. Preishuber im Rahmen seiner Tätigkeit als Kinder- und Jugendanwalt geholfen hat, haben sogar in anderen Jugendanwaltschaften der Bundesländer angerufen und ihre Bestürzung zum Ausdruck gebracht, dass der Tiroler Jugendanwalt nicht wiederbestellt wurde.

Als Kinder- und Jugendanwälte Österreichs müssen wir feststellen, dass die Nichtbestellung von Mag. Preishuber für eine zweite Funktionsperiode weder nachvollziehbar noch akzeptabel ist.

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