"Wiener" Schule im Kosovo in Betrieb

Wien, (OTS) Romaja, 2.000-Einwohner-Gemeinde am südliche Rand des kriegszerstörten Kosovo: Wo vor einem Jahr laut Augenzeugenberichten Dorfbewohner von paramilitärischen Gruppen erschossen worden sind, spielen heute fröhlich und vergnügt die Kinder auf einem nagelneuen Sportplatz im "Bajram Curri"-Komplex, der vom Österreichischen Roten Kreuz unter Zuhilfenahme lokaler Firmen und Arbeitskräfte mit den finanziellen Mitteln der Stadt Wien völlig wiederhergestellt und modernisiert wurde.

Dr. Ronald Peters von der Magistratsdirektion-Hilfs -und Sofortmassnahmen der Stadt Wien konnte am vergangenen Mittwoch in Romaja die neue Schule im Rahmen eines "Schultages" unter Anteilnahme der gesamten Dorfbevölkerung ihrer Bestimmung übergeben.

Die Vorgeschichte: Während des Krieges im Kosovo waren die meisten Schulen von der serbischen Sonderpolizei besetzt und nach dem Krieg völlig devastiert hinterlassen worden. Das Österreichische Rote Kreuz, das die Krisenregion am Balkan als Schwerpunktgebiet ausgewählt hatte, führte im Auftrag der Magistratsdirektion-Hilfs -und Sofortmassnahmen dann eine "fact finding mission" durch, um ein Objekt auszusuchen, das mit Mitteln der Stadt Wien zur Wiederaufbauhilfe unterstützt werden sollte.
Das Rote Kreuz wählte dann die Region um Prizren am südlichen Ende des Kosovo aus, weil dort die wenigsten internationalen Hilfsorganisationen tätig geworden waren. Die Schule liegt nahe an den Albanischen Bergen, eine schmale Schotterstrasse führt von der völlig kriegszerstörten Hauptstrasse zur Schule.

Die Schule war nicht nur kriegs-devastiert, auch in den zehn Jahren vor dem Krieg war - wie in allen albanischen Schulen des Kosovo, keine nennenswerte Renovierung vorgenommen worden.
In der Schule sind rund 600 Kinder aus dem Ort und der Umgebung gemeldet, der Schulbetrieb findet in 8 Klassenzimmer statt. Da keinerlei sanitäre Anlagen vorhanden waren, mussten umfangreiche Arbeiten zur Wasserzuleitung durchgeführt werden.

Im Zuge der Total-Renovierung wurde auch ein Spiel- und Sportplatz errichtet, der der ganzen Ortsbevölkerung zur Verfügung steht. Der gesamte Beitrag der Stadt Wien zu diesem Projekt
beträgt knapp 5 Millionen Schilling.

Stadt Wien-Repräsentant Dr. Peters nach der feierlichen Übergabe: "Unser Dank und Anerkennung gilt dem österreichischen und dem Internationalen Roten Kreuz mit seinem Projektleiter Bernhard Knoll, die hier höchstprofessionelle Arbeit geleistet haben. Diese Organisation gewährleistet ganz offensichtlich, dass kein Steuer- oder Spendenschilling widmungsfremd ausgegeben wird. Zum professionellen kommt hier auch ein höchst menschliches Engagement zum Tragen.

Als Wiener, als Österreicher, kann man hier stolz sein auf
die raschen und effizienten Hilfsmassnahmen. Bemerkenswert ist sicherlich auch der Nutzen für die lokale Wirtschaft und damit den Arbeitsmarkt, wobei auffällt, wie engagiert sich alle lokalen Verantwortlichen in die Arbeiten einbringen."

Beeindruckt war die kleine Wiener Delegation auch vom Besuch beim österreichischen KFOR-Kontingent, wo unter Leitung von Hauptmann Gerald Führer ein Programm der militärisch-zivilen Kooperation durchgeführt wird, das unter anderem Projekte umfasst, die Kinder von der Strasse wegzubringen versucht, Schulbusse organisiert und sich um die Beseitigung der gröbsten Umweltschäden bemüht. (Schluss) lf

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