Grünewald: Keine weitere Diskriminierung psychisch Kranker

Psychotherapie auf Krankenschein muß endlich kommen

Wien (OTS) "Die gesetzliche Verpflichtung, Psychotherapie kostendeckend zu finanzieren, muß nach über siebenjährigen Wartens endlich eingelöst werden", fordert der Gesundheitsssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald. Die jahrelange Diskriminierung psychisch Kranker als Patienten 'zweiter Klasse' muß ein Ende haben. Der letzte Vertragsentwurf zwischen Psychotherapeuten und Sozialversicherungsträgern kam einer Rationierung psychotherapeutische Leistungen und einem Ausschluß der überwiegenden Mehrheit von Psychotherapeuten aus dem Krankenvertrag gleich, so Grünewald.

Die Notwendigkeit eines gesetzlichen Leistungsanspruches auf eine angemessene und qualitativ hochwertige Psychotherapie ist gesundheitspolitisch dringend erforderlich. Die Zahl der Therapiebedürftigen wurde vom österreichschen Bundesinstitut für Gesundheitswesen zwischen 200.000 und 400.000 errechnet. "Gegenwärtig können sich sozial Schwache kaum eine Psychotherapie leisten, während das für das obere Einkommensdrittel leicht möglich ist. Dadurch entsteht in diesem Bereich eine 'Zwei-Klassen-Medizin'", kritisiert Grünewald.

Die Grünen fordern ein neues Versorungsmodell, das nicht wie das bisher vorgeschlagene auf TherapeutInnenreduktion, sondern auf klientInnen-seitige Bedürfnisse aufbaut. "Im Mittelpunkt müssen die Bedürfnisse der KlientInnen stehen und nicht eine willkürlich festgelegte Zahl von TherapeutInnen, die einen Kassenvertrag bekommen sollen", so Grünewald. Bis zum Abschluß eines Gesamtvertrages sind Landeslösungen zu forcieren, die auch dem Erproben neuer Versorgungsmodelle dienen können. "Es ist paradox, wenn immer wieder auf die steigenden Medikamentenkosten hingewiesen wird, und gleichzeitig verschwiegen wird, daß gerade die Psychopharmaka davon einen beträchtlichen Prozentsatz ausmachen. Durch eine flächendeckende psychotherapeutische Versorgung könnten beträchtliche Einsparungen des Medikamentenverbrauches erzielt und eine Reduktion vermeidbarer Krankenstände erreicht werden", so Grünewald abschließend.

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