Mortier will Radel als neuen kaufmännischen Direktor - Berliner Pläne nicht mehr aktuell: "Flimm hat gegen mich geredet"

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Wien (OTS) - Gerard Mortier, Intendant der Salzburger Festspiele
bis inklusive Sommer 2001, empfiehlt als Nachfolger des kaufmännischen Direkors Hans Landesmann den früheren ORF-Generalsekretär und nunmehrigen Morak-Emissär im Kuratorium, Peter Radel. Das gibt Mortier in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins NEWS bekannt. Mortier zur jüngsten Kuratoriumssitzung, in der er auch mit FPÖ-Emissär Fehle zusammentraf: "Radel war die angenehmste Überraschung. Er hat mit aller Kraft gegen Budgetkürzungen argumentiert. Ihm danken wir, daß es nicht schlimmer kam. Er wäre der richtige Mann, um Landesmann 2002 nachzufolgen."

Allerdings, so Mortier, sei er besorgt: "Mit dem Headhunting wurde eine FPÖ-nahe Firma beauftragt, der wir trotz Sparauftrag schon 700.000 Schilling aus dem Budget überweisen mußten."

Die Subventionseinsparungen von 6 Millionen für 2001 nennt Mortier weniger schlimm als befürchtet und verkraftbar.

Der politische Klimawechsel sei schon überall spürbar ? außerkünstlerisch und künstlerisch. "Auf dem Markt in Salzburg bin ich plötzlich Unperson. Als hätte ich ein Virus. Auch künstlerisch hat sich das Klima verändert. Steins ,Simon Boccanegraí bei den Osterfestspielen wurde als Nonplusultra der Opernregie gefeiert. Aber diese Regie war weit unter Steins Niveau."

Seine Pläne als Intendant der Berliner Festspiele seien, so Mortier, kein Thema mehr. Ein unterschriftreifer Vertrag sei bei Kultursenatorin Thoben gelegen, nach deren Rücktritt habe er nichts mehr gehört, und Kunstminister Naumann sei nicht sein Befürworter:
"Ich denke, Jürgen Flimm (der designierte Salzburger Schauspielchef, Anm.) , dem Naumann viel verdankt, hat gegen mich geredet. Auch will Naumann das Filmfestival Berlinale aus den Festspielen ausgliedern, und gerade das hätte mich am meisten interessiert."

Eine Position in Wien komme für ihn nicht in Frage. "Ich bin kein Mann für Wien." Für ihre Haltung habe er allerdings Kulturstadtrat Marboe, Operndirektor Holender und Philharmoniker-Vorstand Hellsberg schätzen gelernt.

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