Windelgift: Greenpeace schaltet Staatsanwaltschaft ein

Justiz muss aktiv werden, weil zuständige Ministerin Sickl untätig ist

Wien (OTS) - Nach Überprüfung der Rechtslage wird Greenpeace bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen die Hersteller der Hormongift enthaltenden Babywindeln erstatten. Greenpeace fordert darin die Staatsanwaltschaft auf, zu überprüfen, ob der Tatbestand der "fahrlässigen Körperverletzung" vorliegt. "Vom Einsatz des Hormongiftes TBT sind allein in Österreich Zehntausende Babys betroffen. Wir gehen davon aus, dass Pampers-Hersteller Procter & Gamble und die anderen betroffenen Windel-Hersteller zumindest die Sorgfaltspflichten beim Rohstoffeinkauf für die Windeln missachtet haben", sagt Greenpeace-Sprecher Franko Petri.

Die Reaktion der betroffenen Firmen ist völlig unverständlich. "Anstatt eine umgehende betriebsinterne Untersuchung anzukündigen, wird der TBT-Einsatz in der Öffentlichkeit wider besseren Wissens schlichtweg abgestritten", ärgert sich Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. "Damit sollen wohl besorgte Eltern beruhigt werden. Dadurch steigt aber nur die Verunsicherung in der Bevölkerung und es sinkt das Vertrauen in die Produkte. Procter & Gamble und die anderen betroffenen Hersteller sollen daher endlich die Wahrheit sagen."

Die Anzeige gegen die Windelhersteller durch Greenpeace wurde auch deshalb notwendig, weil die zuständige Ministerin Sickl bislang nahezu untätig geblieben ist. Außer der Ankündigung, Windelproben zu ziehen und nach Vorliegen der Gutachten in einigen Wochen weiter zu überlegen, ist nichts zum Schutz der Babys passiert. "Ein Verbot dieses Hormongiftes in Babywindeln ist derzeit kein Thema in Ministerium", wundert sich Schuster über die Untätigkeit der Behörden. Außerdem will das Ministerium nicht einmal die Namen der untersuchten Windeln nennen. Besorgte Eltern werden so jedenfalls im Regen stehen gelassen. Dringend notwendig ist auch eine Reform des veralteten Lebensmittelrechts, das auch die Rechtsgrundlage für Windeln darstellt. Doch auch daran wird derzeit im zuständigen Ministerium für soziale Sicherheit unter Ministerin Sickl nicht ernsthaft gedacht. "Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, über Giftstoffe in täglichen Gebrauchsgütern wie Windeln informiert zu werden, dafür sollte das Gesundheitsministerium eigentlich da sein", sagte Petri.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
e-mail: franko.petri@at.greenpeace.org
Tel.: (01) 545 45 80

Greenpeace

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS