Oberchristl: Regierung zerschlägt Industriestruktur

ÖIAG-BetriebsrätInnen gegen Privatisierungskurs

Wien (ÖGB) - "Wir werden uns mit allen demokratischen Mitteln
gegen einen Ausverkauf der wesentlichen österreichischen Industriekerne zur Wehr setzten", kündigte heute, Mittwoch, der Vorsitzende der BetriebsrätInnen der ARGE-ÖIAG-Gruppe, Helmut Oberchristl, bei der Demonstration der BetreibsrätInnen aus allen ÖIAG-Standorten vor dem Finanzministerium an.++++

Mehr als 100 BetriebsrätInnen aus allen Standorten der ÖIAG demonstrieten heute kurz vor der Hauptversammlung der ÖIAG gegen die Ausverkaufspolitik der Regierung und die Bestellung von zehn Privatisierungsfans zu Aufsichtsräten. Oberchristl: "Mit dem Ausverkauf österreichischer Staatsbetriebe verabschiedet sich die Regierung gleichzeitig von einer aktiven Industriepolitik und wirft ausländischen Konzernen Staatseigentum billig in den Rachen."

Für Oberchristl ist dieses Zerschlagen einer erfolgreichen Industriestruktur nichts anderes als eine fahrlässige Arbeitsmarktpolitik. So seien durch die noch nicht absehbaren Auswirkungen auf die Qualität und Sicherheit der Arbeitsplätze rund 120.000 Beschäftigte in ihrer Existenz gefährdet. Oberchristl: "Ein Zukunftskonzept für die österreichische Industrie muss aber die Arbeitsplätze in den Mittelpunkt stellen."

Der ARGE-ÖIAG-Vorsitzende kritisierte auch, dass die neuen Aufsichtsräte nur noch Vollzieher der Regierung und keine dem Gesamtinteresse der österreichischen Volkswirtschaft verpflichteten Aufsichtsorgane sind. Oberchristl: "Mit dem Ministerratsbeschluss zur Totalprivatisierung bleibt diesen, zugegeben sehr honorigen Wirtschaftsfachleuten, kein Spielraum für sinnvolle Entscheidungen."

Die ÖIAG-BetriebsrätInnen fordern zur Absicherung und Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft eine dauerhafte Kernaktionsrolle der ÖIAG als strategischer Eigentümer mit einem Mindestanteil von 25 Prozent plus einer Aktie.(ff)

ÖGB, 17. Mai 2000 Nr. 372

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