Gewerbe investierte 1999 über 42 Milliarden Schilling

Leitner: "EU-Richtlinie über Zahlungsverzug rasch umsetzen"

Wien (PWK) - Die österreichischen Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe haben 1999 mit 70.000 Schilling (? 5.087,-) je Beschäftigten über 42 Milliarden Schilling investiert. Das ergaben Berechnungen des Österreichischen Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) auf Basis einer Befragung von rd. 4.900 Betrieben mit mehr als 77.000 Beschäftigten.

Das bereits hohe Investitionsniveau des Jahres 1998 wurde um 4 % übertroffen. Dies war in erster Linie auf die gestiegenen baulichen Investitionen zurückzuführen (+ 13 %), wovon auch das Baugewerbe und die baunahen Branchen des Gewerbes profitiert haben. Gestiegen sind auch die Umweltschutzinvestitionen (von 7 % auf 8 % der Gesamtinvestitionen).

In den Sektoren persönliche Dienstleistungen und Wirtschaftsdienstleistungen haben sich die Investitionen gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Auch im Baugewerbe wird wieder deutlich mehr investiert (+34 %). Absolut am höchsten sind die Investitionen je Beschäftigten in den Sektoren Wirtschaftsdienstleistungen, Druck/Papier und Chemie/Kunststoff.

Damit das hohe Investitionsvolumen gehalten werden kann, fordert Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe, Handwerk, Dienstleistung, eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie über den Zahlungsverzug, die vor kurzem im Europaparlament nach langem Hin und Her beschlossen wurde. Profitieren werden vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Sie können ihren säumigen Zahlern nach 30 Tagen Verzugszinsen von sieben Prozentpunkten über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank aufbrummen. Das gilt nicht nur für private Unternehmer, sondern auch für die öffentliche Hand, die der größte Schuldner von kleinen und mittleren Unternehmen ist. Weiters kann der Gläubiger Schadensersatz verlangen, wenn der Schuldner den Zahlungsverzug offensichtlich missbraucht hat, um beispielsweise einen Zinsgewinn zu lukrieren.

Bis Mitte März 2002 haben die EU-Länder Zeit, die Richtlinie umzusetzen. Doch die Zeit drängt, denn durch Zahlungsverzögerungen gehen jährlich 45.000 Jobs in der EU verloren. "Je früher wir die Regelung umsetzen, desto eher verbessert sich der Cash-Flow der Unternehmen. Sie können rascher wachsen und schneller Arbeitsplätze schaffen", ist Leitner überzeugt. In den letzten zehn Jahren haben Gewerbe, Handwerk und Dienstleistung den Beschäftigtenstand nicht wie fast alle Branchen reduziert, sondern um neun Prozent aufgestockt und damit fast 60.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Für das zweite Quartal planen die Betriebe laut einer Umfrage des Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung, ihren Personalstand nochmals um fast 30.000 Mitarbeiter aufzustocken. Insgesamt beschäftigen die rund 70.000 Unternehmen mehr als 600.000 Arbeitnehmer. (MH)

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