Gewerbeverein: Beamte unterlaufen drohenden Jobabbau durch Dienst nach Vorschrift!

Wien (OTS) - Es hat lange gedauert, bis Arbeitsinspektoren sich nicht mehr nur als strafende "Racheengel" durch die Welt der Wirtschaft bewegten, sondern nunmehr zunehmend beratend Unternehmern und Arbeitnehmern zur Seite stehen. Jahrelange Interventionen seitens der Wirtschaftsinteressensvertretungen - wie etwa des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) waren dazu erforderlich. Der längst überfällige Jobabbau im öffentlich-rechtlichen Bereich führt nun dazu, dass Beamte ihre Existenzberechtigung neuerdings durch zwar rechtlich gedecktes, aber ans schikanöse Grenzende absichern wollen. Eines der jüngsten Beispiele dazu: Ein mittelständisches Unternehmen wird dafür beträchtlich bestraft, dass es übersehen hat, den "Stellvertreter für den fachlich qualifizierten Abfallbeauftragten" zu bestellen. Nun gibt es ja solche Beauftragte zwischenzeitlich soviele, dass manche Unternehmen Mitarbeiter zu Ämterkumulierern machen müssen, um gesetzlichen Erfordernissen gerecht zu werden. Der Abfallbeauftragte hat nach Abfallwirtschaftsgesetz keine echte Verantwortung, die bleibt beim Betriebsinhaber. Für den Fall seiner Verhinderung ist ein Stellvertreter zu bestellen. Im Grund genommen dient die Funktion bei aller Wertschätzung der österreichischen Umweltpolitik einem Alibi. Oder wurde je vernommen, dass ein Abfallbeauftragter Großartiges für einen Betrieb geleistet hat - oder gar sein Stellvertreter? Was ist etwa im Falle, dass der "erste Abfallbeauftragte" auf Urlaub ist und sein Stellvertreter erkrankt? Ist dann der Betrieb vorübergehend zu sperren? Mitnichten! Es würde der neuen Bundesregierung gut tun, solche unsinnigen - die Produktivität eines Betriebes nachhaltig störenden - Aufgaben wieder auf ein normales Maß rückzubauen und die wildgewordene Bürokratie zu zähmen - so stand es jedenfalls in allen Wahlprogrammen im Herbst 1999. Der Verwaltung, die nun durch überzogene Wichtigtuerei ihre Dienstposten zu verteidigen versucht, sei angeraten, nicht jene zu blockieren, von deren Steuergeld sie lebt. Als Gipfel des Bürokratismus ist ja wohl zu bezeichnen, dass ein Unternehmen mit fünf Mitarbeitern, zwei davon in Erster Hilfe (je 16 Stunden) auszubilden hat. Dabei lernen Bürokräfte u.a. den Umgang mit Verletzungen nach Schlangenbissen und Geburtshilfe. Das Ganze dient lediglich dazu, krampfhaft, die von einem "Experten" vorgegebenen 16 Stunden "herunterzubiegen".

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Gewerbeverein
Dr.Herwig Kainz
Tel.:01-587 36 33/30
Email: oest.gewerbeverein@apanet.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGV/OTS