Rapamune(R) (sirolimus) erlaubt eine frühe Absetzung von Cyclosporin bei Nierentransplantationspatienten

Chicago (ots-PRNewswire) - Rapamune(R) (Wirkstoff: sirolimus), ein neues Medikament gegen Organabstoßung bei Nierentransplantationspatienten, ermöglicht es Ärzten, bereits in einem frühen Behandlungsstadium, Cyclosporin abzusetzen, eine Standardkomponente der üblichen Behandlungen mit mehreren Medikamenten. Nach neuesten klinischen Daten, die heute bei der Transplant 2000, dem ersten Treffen der American
Society of Transplant Surgeons und der American Society of Transplantation in Chicago, vorgestellt wurden, führte dieser neuartige Behandlungsansatz unter Verwendung von Rapamune als Primärwirkstoff für die Immunsuppression zu einer deutlich verbesserten Nierenfunktion, einem deutlich niedrigeren Blutdruck und zu keiner Steigerung in der Rate der akuten Abstoßung im Vergleich zu einer Behandlung mit Cyclosporin.

"Die Anwendung von Rapamune als Primärbehandlung wird es den Ärzten ermöglichen, weniger akute Abstoßungen und, was besonders wichtig ist, im Vergleich zu Patienten, die mit einer Behandlung auf der Basis von Cyclosporin behandelt wurden, eine Verbesserung der Nierenfunktion zu erreichen," sagte der leitende Forscher Dr. med. Thomas Gonwa vom Baylor University Medical Center in Dallas, der die Daten präsentierte. "Die Reduzierung der Aussetzung der Nierentransplantationspatienten mit Cyclosporin lässt sich in die Minimierung der toxischen Nebenwirkungen durch die Behandlung, die die Nieren des Patienten schädigen, übersetzen. Das ist ein lange erwartetes Ziel in der medizinischen Behandlung dieser Patienten und repräsentiert eine echte Möglichkeit, die langfristigen Ergebnisse auf dem Gebiet der Organtransplantation zu verbessern."

Die von Dr. Gonwa präsentierten Befunde wurden in einer noch andauernden Studie in den Vereinigten Staaten und Europa erhoben, an der 247 Patienten, an denen eine Nierentransplantation vorgenommen wurde, teilnehmen. Die Patienten wurde randomisiert entweder mit der Standarddosis Cyclosporin plus 2 mg/Tag Rapamune (Gruppe A-Patienten) oder mit einer reduzierten Dosis Cyclosporin plus Rapamune (Gruppe B-Patienten) behandelt. Alle Patienten erhielten Kortikosteroide, das Standardprotokoll in der Immunsuppression. Im Laufe des dritten Monats nach der Transplantation wurde bei den Patienten in der Gruppe B, die keine akute Abstoßung erlebt hatten, die Dosis Cyclosporin verringert und dann abgesetzt.

Das Hauptziel dieser Studie bestand darin, die Nierenfunktion nach sechs Monaten zu untersuchen. Die Befunde demonstrierten, dass die Nierenfunktion bei den mit Rapamune behandelten Patienten, bei denen Cyclosporin abgesetzt wurde (Gruppe B), wesentlich besser war im Vergleich zu den Patienten, die weiterhin mit der vollen Dosis Cyclosporin (Gruppe A) behandelt wurden, demonstriert anhand der Kreatininwerte im Serum. Die Messung der Kreatininwerte, ein Stoffwechselprodukt, das normalerweise durch die Nieren gefiltert und in den Urin ausgeschieden wird, ist die Standardmethode der Untersuchung der Nierenfunktion. Höhere Kreatininwerte im Blut bedeuten, dass die Nieren das Kreatinin nicht ausreichend aus dem Blut filtern, und korrelieren mit einer eingeschränkter Funktion der Niere und möglicherweise gar mit dem Verlust der Niere selbst.

Die Rolle von Cyclosporin als Auslöser einer Nierenschädigung ist bekannt, seit das Medikament eingeführt wurde. Cyclosporin löst seine immunsuppressive Wirkung durch die Hemmung von Calcineurin aus, einem wichtigen Enzym in der normalen Immunreaktion des Körpers. Calcineurin-Hemmer wie Cyclosporin und Tacrolimus, ein weiteres Immunsuppressivum, führen zu gut dokumentierten Nebenwirkungen wie Nierenschädigung (Nierenvergiftung), Tremor (Nervenschäden) und Bluthochdruck (Hypertonie)(1). Rapamune hat einen einzigartigen Wirkmechanismus, der das Calcineurin nicht betrifft, daher werden die Nieren nicht den Nebenwirkungen ausgesetzt, die mit den traditionellen Behandlungen auf der Basis von Calcineurin-Hemmern beobachtet werden.

Neben einer verbesserten Nierenfunktion ist bei den Patienten, bei denen randomisiert Cyclosporin abgesetzt wurde, gegenüber denen, die randomisiert die volle Dosis Cyclosporin erhielten, weniger Bluthochdruck und weniger unerwünschter Haarwuchs (Hirsutismus) beobachtet worden.

Ein weiterer Messwert für die Nierenfunktion, der Glomerulusfiltratwert (GFR), bestätigte, dass die Gruppe B-Patienten, bei denen Cyclosporin während der Behandlung mit Rapamune abgesetzt wurde, einen wesentlich besseren Wert aufwiesen als die Patienten, die die volle Dosis Cyclosporin weiter erhielten. Der GFR bewertet, wie gut der "Nierenfilter", der Glomerulus, funktioniert. Ein hoher GFR korrespondiert mit einer besseren Funktion, beobachtet bei den Gruppe B-Patienten.

Nach jeweils zwei und sechs Monaten gab es keinen bedeutenden Unterschied in der Rate der akuten Abstoßung zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Die Überlebensrate der Patienten und die Überlebensrate der Transplantate waren ebenfalls nach sechs Monaten vergleichbar und zeigten keine statistische Differenz.

In einer früheren Studie über Nierentransplantationspatienten wurde Rapamune in Kombination mit Kortikosteroiden und Azathioprin gegeben und mit der Standard-Dreifachbehandlung aus Cyclosporin, Kortikosteroiden und Azathioprin verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Rate der akuten Abstoßung wie auch die Überlebensrate der Patienten und der Transplantate vergleichbar waren; jedoch wiesen die Patienten, die Rapamune erhielten, eine bessere Nierenfunktion auf als die, die mit Cyclosporin behandelt wurden(2).

Die orale Lösung Rapamune (sirolimus) ist von der United States Food and Drug Administration (FDA) im September 1999 für den Markt zugelassen worden für die vorsorgende Unterdrückung einer akuten Abstoßung eines Nierentransplantats, ein weiterer Zulassungsantrag ist bei der European Medicines Evaluation Agency (EMEA) eingereicht. Eine Tablettenformulierung wird derzeit durch die FDA geprüft und wird voraussichtlich im Laufe dieses Jahres zugelassen werden.

Das Baylor University Medical Center in Dallas operiert als eines der landesweit größten Not-for-profit Medical Centers und behandelt jedes Jahr mehr als 400.000 Menschen. 1903 als ein Hospital mit 25 Betten eröffnet, ist das Baylor University Medical Center ein bedeutendes Behandlungs-, Ausbildungs- und Forschungszentrum im Südwesten der USA. Baylor University Medical Center ging 1981 mit Baylor Health Care System zusammen und fungiert als das Vorzeige-Hospital der Organisation.

(1) Kreis et al., Seite 2, erster Satz: "The significant nephrotoxicity ..."; zitiert 3-5.

(2) Groth et al., Sirolimus-based therapy in human renal transplantation: similar efficacy and different toxicity compared with cyclosporine; in: Transplantation 1999; 76: 1036.

ots Originaltext: Baylor University Medical Center
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