Gleichschritt

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Gedacht wird im Gleichschritt Ausgabe vom 16.Mai 2000 Klagenfurt (OTS) - Was auch immer du tust, tue es mit Bedacht und bedenke das Ende. Eine Weisheit, wie sie tiefsinnig schöner nicht sein könnte. Zu schade für einen Missbrauch. Doch gerade das tut der Kärntner Landeshauptmann: Was auch immer er tut, er tut es mit (ganz besonders fragwürdigem) Bedacht und bedenkt das Ende - ohne Scham. Herrisch. Allein auf sein Ziel fixiert. Er braust über alles, was sich ihm da in den Weg stellt. Regierungskollegen inkludiert. Machtdemonstration der geballten Art. Und darüber hinaus ein Schritt, der ihn ein Stück näher dem Ende dessen bringt, was er gerade anpeilt. In diesem Fall: zum Kindergeld. Die Kärntner Soziallandesrätin hat das Geld in zähen Budgetverhandlungen erstritten - die FPÖ wird es verteilen. Besser: umleiten. Dorthin, wo derzeit noch eine große Lücke klafft - für die Finanzierung des Kindergeldes. Jenes Kindergeldes, das die Landesrätin skeptisch beäugte. Skeptisch, weil sie es für unsozial hielt. Skeptisch, weil sie es für unfinanzierbar hielt. Haider hat sie eines Besseren belehrt. Skepsis ist ist gefragt. Gegenvorschläge schon gar nicht. Einwände sind unerwünscht. Wer nicht spurt, fliegt. Letzteres ist keine Übertreibung meinerseits. Weder sehe ich schwarz, noch neige ich zur Dramatik. Ich zitiere ausschließlich Haiders Begründung:"Innerhalb der Regierung hat Schaunig-Kandut völlig entgegengesetzte Vorstellungen vertreten." Sprich: Sie hat das Verbotene gewagt - sie hat entgegengesetzt gedacht. Sie hat sich erdreist, nicht zu wollen, was Haider will. Es ist Feuer am Dach der Demokratie - ohne Übertreibung.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI