"Neues Volksblatt" Kommentar: "Emotionen" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 17. Mai 2000

LINZ (OTS) - Der Jüdische Weltkongress erwägt einen
Boykottaufruf gegen bestimmte österreichische Unternehmen, weil seiner Ansicht nach die österreichische Regierung nichts für die Entschädigung von unter der NS-Herrschaft enteigneten Juden tut. Ein namentlich nicht genannter Vertreter des WJC wurde von der Nachrichtenagentur Reuters mit den Worten zitiert, man würde gegebenenfalls auch versuchen, Österreich in den USA politisch so zu isolieren wie es derzeit in der Europäischen Union der Fall sei. Die Rolle des WJC ist noch im Zusammenhang mit der unrühmlichen, teilweise schäbigen und letztendlich schmählich verpufften Waldheim-Kampagne bekannt. Auch damals hagelte es aus den USA Boykott- und Isolierungsandrohungen gegen Österreich. Damals wie heute wurde und wird auch mit Unterstellungen gearbeitet. Denn: Österreich weigert sich keinesfalls, auch in der Entschädigungsfrage enteigneter Juden etwas zu tun, sondern will das Problem bekanntlich nur getrennt von der Zwangsarbeiterfrage in Angriff nehmen.

Fagan und dem Jüdischen Weltkongress sollte klar sein: Jede Emotionalisierung von Entschädigungs- und Restitutionsfragen (so sehr sie aus jüdischer Sicht auch verständlich und erklärbar sein mag) tut der Sache selbst nicht gut.

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