"Kleine Zeitung" Kommentar: "Eine Chance" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 17.5.2000

Graz (OTS) - Es war keine bloße Show, wenn Maria Schaumayer
gestern Arm in Arm mit Stuart Eizenstat zur Versöhnungskonferenz in die Hofburg kam.

Der amerikanische Unterstaatssekretär und die österreichische Regierungsbeauftragte haben im Laufe der Gespräche über die Entschädigung für die ehemaligen Zwangsarbeiter einanderschätzen und respektieren gelernt.

Aber das gute Einvernehmen und der beste Wille Österreichs, den noch lebenden Zwangsarbeitern bzw. deren Erben Gerechtgikeit widerfahren zu lassen, hilft den beiden wenig. Sie werden sich zwar mit den Vertretern der osteuropäischen Opfer einigen können, aber die eigentlichen Schwierigkeiten liegen anderswo: bei den Opfern, die in den USA und in Israel leben und deren Anwälten.

Ohne eine Einigung mit ihnen wird Österreich den ersehnten und auch notwendigen "Rechtsfrieden", also die Sicherheit vor späteren Klagen, nicht bekommen.

Die Vereinbarung mit den Osteuropäern ist also nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur endgültigen Lösung. Aber sie stärkt Österreichs Position und kann den Amerikanern beweisen, dass Wien es ernst meint. ****

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