KR Leo Schreiber - Aufsichtsratspräsident der ARA, Generaldirektor von Coca-Cola Beverages Austria:

Wien (OTS) - "ARA HANDELT IM SINNE DER WIRTSCHAFT, OHNE UMWELT- UND KONSUMENTEN-NUTZEN AUS DEN AUGEN ZU VERLIEREN" - GRAFIK =

ARA-Lizenzpartnerforum bietet Unternehmen
Möglichkeiten der Mitgestaltung

"Die Wirtschaft ist an einer funktionierenden Verpackungssammlung und -verwertung, die den organisatorischen Aufwand nicht ins Extreme aufbläht und mit abstrakten Kosten arbeitet, durchaus interessiert", bezieht KR Leo Schreiber, Generaldirektor von Coca-Cola Beverages Austria und Aufsichtsratspräsident der ARA, Stellung. "Bester Beweis dafür ist das von der ARA im letzten Jahr ins Leben gerufene Lizenzpartner-Forum. Kunden haben dabei die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen für Sammlung und Verwertung aktiv mitzugestalten, indem sie Vorschläge einbringen. Die Zahl der eingebrachten Ideen, aber auch die der Mitglieder zeigt, daß die Wirtschaft keineswegs nur an Minimierung der Kosten oder gar Abschaffung der Sammlung interessiert ist. Insgesamt 40 Teilnehmer in drei verschiedenen Lizenzpartner-Foren zu unterschiedlichen Themen haben für 17 Sitzungen Zeit gefunden und konstruktiv diskutiert."

"Daß die ARA laufend Kosten reduziert, befriedigt uns auch sehr, und zeigt, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Dieser Weg muß aber konsequent auch in Zukunft weiterverfolgt werden - und das Lizenzpartnerforum ist eine zusätzliche Maßnahme, um entsprechende Ideen zu sammeln."

Getränkezielverordnung: An die Lebensgewohnheiten des Jahres 2000 anpassen

"Von eminenter Bedeutung für die Wirtschaft ist aber freilich nicht nur die wirtschaftliche Umsetzung bereits bestehender gesetzlicher Rahmenbedingungen, sondern auch die Diskussion bevorstehender legistischer Änderungen. Deshalb", so Schreiber, "sehe ich mich als Sprachrohr all jener, denen beispielsweise die Getränkezielverordnung nicht mehr zeitgemäß erscheint. Schon im Dezember habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß die Getränkezielverordnung 1) in der bestehenden Form nicht mehr akzeptabel ist."

"Verpackungen in Dosen, die Getränke beinhalten, dürfen keine anderen Verwertungsziele haben als solche mit Katzenfutter oder Gemüse. Aus Umweltsicht gibt es keinen Unterschied, ob eine Dose Limonade oder Bohnen enthält. Und auch der Gesetzgeber sollte den ÖsterreicherInnen nicht vorschreiben, welche Gebinde sie kaufen sollen. Der Trend zu den modernen PET-Flaschen ist beispielsweise nicht aufzuhalten. Mir erscheint es deshalb weiterhin dringend geboten, die - aus dem Jahr 1990 stammenden - Ziele für die Wiederverwertung und -verwendung von Getränkeverpackungen an die veränderten Gewohnheiten und Bedürfnisse des Jahres 2000 anzupassen bzw. sie gänzlich wegzulassen."

Sammelsystem für Bedürfnisse der Konsumenten gerüstet

"In Österreich gibt es im gesamten Bundesgebiet eine funktionierende Sammlung für PET-Einweg-Flaschen. Die ÖsterreicherInnen finden in bequemer Entfernung die gelben Sammelbehälter oder haben Sammelsäcke im Haushalt für ihre leeren Flaschen. Insgesamt sind z. B. schon 850.721 Haushalte an die Sammlung über den "Gelben Sack" angeschlossen. Dieses Sammelsystem kann auch die erhöhten PET-Mengen aufnehmen und umweltgerecht verwerten. Durch dieses System sind wir in der Lage, vom Anblick herumliegender leerer PET Flaschen weitestgehend verschont zu bleiben, was in einigen europäischen Ländern leider nicht der Fall ist."

Appell an den Minister: Allgemeine Recyclingziele auch für Getränke gelten lassen

Wir appellieren daher an den Herrn Bundesminister, gemeinsam mit uns die Getränkeziele zu diskutieren und letztendlich durch die akzeptierten Recyclingziele für Verpackungen zu ersetzen, die ohnehin die zweithöchsten in Europa sind."

"Die Umwelt", so Schreiber, "leidet hier keinen Schaden. Der Konsument bekommt die Verpackung, die er möchte, und die österreichische Wirtschaft bleibt konkurrenzfähig."

Novelle zur EU Verpackungsrichtlinie: Stimme der ARA wurde gehört

Kritische Worte findet Schreiber jedoch nicht nur im Zusammenhang mit der österreichischen Getränkezielverordnung, sondern auch für den - mittlerweile wieder ad acta gelegten - Novellenentwurf der EU Verpackungsrichtlinie: "Der von uns und allen europäischen Herstellern, aber auch Ländern, heftig kritisierte Entwurf vom Juli 1999 ist bisher von der zuständigen "Generaldirektion Umwelt" (DG Environment der EU-Kommission) nicht weiter verfolgt worden. Ein neuer Entwurf einer Novelle ist derzeit nicht in Sicht; fest steht aber, daß zumindest im Herbst seitens der DG ein neuerlicher Anlauf genommen wird, um den Regelungen der bestehenden Direktive zu entsprechen."

"Wir freuen uns, daß die Mitarbeiter der "DG Umwelt" die internationale konstruktive Kritik der Wirtschaft offensichtlich berücksichtigt haben, und hoffen auf einen gemeinsamen Ansatz zur Erstellung eines neuen Entwurfs im Sinne des "structured dialogs", zu dem die "DG Umwelt" bzw. der zuständige Direktor James Currie eingeladen hat."

"Die Lehre, die wir in Österreich daraus ziehen können, ist, daß es durchaus Sinn macht, auch als "kleines Land" in den Gremien der EU die Stimme zu erheben und seine Meinung zu äußern, um Kommissionsentscheidungen zu beeinflussen. Genauso wie auch die ARA AG in und mit der PRO-Europe Organisation hier - offensichtlich erfolgreich - massives Lobbying betrieben hat."

1) Verordnung, die Vorgaben für die Erfassung von Getränkeverpackungen gibt

(Siehe auch APA/AOM-OGS Grafik Nr. 0051/0005-ARA.fh8)

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