Herausforderung für die Zukunft: VERPACKUNGSSAMMLUNG UND E-COMMERCE

Wien (OTS) - E-Commerce wird Warenhandel grundlegend verändern - Rechtliche Rahmenbedingungen für Verpackungssammlung sind darauf nicht ausgelegt - GRAFIK =

"E-Commerce ist derzeit eine der spannendsten
Entwicklungen im Wirtschaftsbereich. Für die europaweite Finanzierung der Verpackungssammlung und -verwertung bringt E-Com-merce neue Herausforderungen, birgt aber auch Gefahren", greift Dkfm. Christian Stiglitz, Vorstand der ARA, den Trend der nächsten Jahre auf.

Zahl der Internet-Shopper steigt rasant

Autoren internationaler Studien 1) gehen davon aus, daß beispielsweise in Deutschland der Anteil der Internet-Shopper unter den Internet-Usern von 9% im Jahr 1998 auf 30% im Jahr 2002 und 80% im Jahr 2010 steigen wird. Der Kaufbetrag pro Nutzer soll 2002 bei rund 3.700,- ATS p.a. und 2010 bereits bei knapp 13.000,- ATS p.a. liegen.

Neue Händler treten auf den (virtuellen) Markt

Das europäische und internationale Warenhandelssystem erfährt durch E-Commerce voraussichtlich massive Änderungen: Für Hersteller eröffnen sich neue Vertriebswege mit direktem Kundenzugang. Der klassische Handel verliert an Bedeutung. Und reine Internet-Händler gewinnen gleichzeitig massiv Marktanteile.

Zusätzliche Verpackungsmengen

Bestimmte Waren, wie Bücher oder CDs, werden von Konsumenten bereits heute immer mehr direkt übers Internet eingekauft. Damit entstehen neue und zusätzliche Verpackungsmengen, die der Empfänger ordnungsgemäß getrennt im ARA System sammelt. Der zur Zahlung an die ARA Verpflichtete wird aber plötzlich nicht mehr greifbar, weil er im Ausland, vielleicht sogar im "virtuellen Raum" sitzt.

Potentielle Lizenzpartner schwer zu identifizieren

"Dies bedeutet", so Stiglitz, "daß es für Systeme wie die ARA schwieriger wird, potentielle Lizenzpartner zu identifizieren, unter Vertrag zu nehmen und sie zu kontrollieren. Die Transparenz der physischen Warenströme nimmt ab, Handelshäuser als Ansprechpartner verlieren an Bedeutung. Statt dessen treten virtuelle Unternehmen auf den Markt, deren Produktions- und Bezugsstätten weltweit verteilt sind und die oftmals keinen Standort in Österreich oder der EU haben. Geliefert wird meist von unabhängigen Logistikunternehmen, die die Waren versandmäßig verpacken."

"Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, daß hohe zusätzliche Verpackungsmengen entstehen."

Gesetze hinken nach

"Die ARA", erläutert Stiglitz die Maßnahmen der ARA, "wird ihre Arbeitsweise und ihre Kontakte auf diese neuen Anforderungen ausrichten. Die Gesetzgebung in ganz Europa ist aber gleichzeitig gefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Die derzeitigen Regelungen und Entwürfe (z. B. Richtlinien für den elektronischen Geschäftsverkehr) sind noch völlig unzureichend."

Derzeit, so Stiglitz, sei völlig unklar

- auf Basis welcher Gesetze ein Unternehmen zu Verpackungssammlung und -verwertung verpflichtet wird,

- wo ein virtuelles Unternehmen lizenziert,

- wer als Inverkehrsetzer gilt,

- und wie dies kontrolliert werden soll.

"Sicher ist nur, daß die Verpackungen bei uns im System landen werden."

ARA arbeitet an europaweiten Lösungen

"Die Herausforderung - Entpflichtung der Verpackungen im E-Commerce - ist nur gemeinsam in ganz Europa zu lösen. Die in der PRO EUROPE vereinigten Systeme erarbeiten in einer Projektgruppe unter Leitung der ARA Lösungs-möglichkeiten. Ohne legistische Grundlagen sind uns aber noch weitgehend die Hände gebunden."

1) EITO 1999, eStats, Datamonitor, Roland Berger & Partner

(Siehe auch APA/AOM-OGS Grafik Nr. 0051/0005-ARA.fh8)

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