AK: Europäische Konsumenten brauchen bei Lebensmitteln mehr Schutz

Wien (OTS) - Zu wenig weit gehen den AK-Konsumentenschützern die Vorschläge der EU-Kommission im Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit. Die Verbraucher in der EU brauchen künftig mehr Sicherheit. Daher muss die gesundheitsbezogene Werbung strenger geregelt werden. Der Handel mit den Nahrungsergänzungsmitteln muss einheitlichen EU-Regeln unterworfen werden. Die Neuregelung des europäischen Lebensmittelrechtes sowie die Schaffung einer europäischen Lebensmittelagentur sind positiv. Die Lebensmittelbehörde muss aber mehr Rechte erhalten und unabhängig von der EU-Kommission und Wirtschaftslobbys arbeiten können, fordern die AK-Konsumentenschützer. ****

Wirksame Lebensmittelbehörde
Nach dem EU-Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit sollen die Konsumenten mehr Schutz durch die Errichtung einer starken und unabhängigen Lebensmittelagentur erhalten. So können Sicherheitsfragen bezüglich Lebens- und Futtermittel rascher und wirksamer gelöst werden, sagen die AK-Konsumentenschützer.
Es muss aber sichergestellt sein, dass die Lebensmittelagentur ein Höchstmaß an Kompetenzen erhält und völlig unabhängig von der Kommission und den wirtschaftlichen Interessenlagen arbeiten kann, verlangen die AK-Konsumentenschützer. Kommt die Kommission den Empfehlungen der Agentur nicht nach, so sollte das begründet werden und die Verbraucher informiert werden.

Die Lebensmittelagentur muss in der Lage sein, auch durch selbst veranlasste Untersuchungen Probleme am europäischen Lebensmittelmarkt rasch ermitteln zu können. Wie notwendig das wäre, zeigt das Beispiel der jüngst festgestellten Organozinn-Verbindungen in Babywindeln, für die im Interesse der Konsumenten die Situation rasch geklärt werden muss. Für derartige Organozinn-Verbindungen müssten unter Berücksichtigung des Vorbeugeprinzipes dringend Grenzwerte festgelegt werden.

Einheitliche nationale Kontrollen
Derzeit erfolgt in der EU die nationale Kontrolle der Lebensmittel nach wie vor völlig uneinheitlich. So reicht das Spektrum von einer bis 25 Probenahmen je 1.000 Einwohner im Jahr. Um das Funktionieren des Binnenmarktes zu gewährleisten, müssen auch die amtlichen Lebensmittelkontrollen auf ein einheitliches und hohes Kontrollniveau gebracht werden.

Mehr Schutz
Produkte, Zutaten und Futtermittel müssen vom Rohstoff bis zum Endprodukt wirksam verfolgt werden können. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass nicht festgestellt werden konnte, welchen Weg Produkte oder Futtermittel genommen haben.

Strengere Regeln
Für Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel (Vitamine, Mineralien) und sogenannte funktionelle Lebensmittel (zB mit Inhaltsstoffen angereichert, bei denen gesundheitliche Wirkungen vermutet werden) muss in der EU ein einheitliches Anmelde- oder Zulassungssystem geschaffen werden. Derzeit sind die vorhandenen gesetzlichen Regelungen in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich.

Keine Täuschung
Gesundheitsbezogene Werbung muss in der EU strenger geregelt werden, fordern die AK-Konsumentenschützer. Die unabhängige Lebensmittelagentur könnte die Werbeaussagen wissenschaftlich überprüfen und auf Täuschung kontrollieren.

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