Kapellari gedachte der Kärntner Märtyrer

Klagenfurt, 14.5.00 (KAP) Dem Gedenken an zehn Kärntner
christliche Märtyrer im 20. Jahrhundert, neun von ihnen Opfer des NS-Regimes, war eine Vesper des Kärntner Diözesanbischofs Egon Kapellari am Samstag in Wernberg bei Villach gewidmet. Die Vesper stand im Zusammenhang mit der von Papst Johannes Paul II. den Diözesen in aller Welt für das Heilige Jahr 2000 aufgetragenen Aufarbeitung der Geschichte ihrer jeweiligen Glaubenszeugen im
20. Jahrhundert.

In seiner Ansprache in Wernberg betonte Kapellari, die Namen der neuen Märtyrer - der Bekannteste unter ihnen ist der in einer Widerstandsgruppe tätig gewesene und knapp vor Kriegsende 1945 hingerichtete Priester Anton Granig - würden "in Stein
geschrieben in unserer Domkirche in Klagenfurt lesbar erhalten".
Die Kärntner Katholiken würden die zehn Namen aber auch in ihre Herzen schreiben. Es gelte, Gott um Kraft zu bitten, "alles uns Mögliche zu tun, um überall auf Erden Zustände zu verhindern und zu bekämpfen, in denen der Mensch dem Menschen zum Wolf wird".

Im Blick auf die Opfer der Gewaltregime des 20. Jahrhunderts -besonders Nationalsozialismus und Kommunismus - sprach Kapellari
von einer "Ökumene des Märtyrertums". Katholische, evangelische und orthodoxe Christen seien von den Regimen getötet worden. Im Blick auf die Märtyrerin und Ordensfrau Sr. Anna Ploner, die kein Opfer des Nationalsozialismus war, sondern 1977 im Bürgerkrieg im damaligen Rhodesien (heutiges Zimbabwe) getötet wurde, sagte der Kärntner Bischof, auch das Martyrium der Reinheit, das viele
Frauen als Opfer einer plündernden Soldateska auf sich genommen hätten, dürfe nicht vergessen werden.

Die neun von den Nationalsozialisten getöteten Märtyrer, deren Kapellari in Wernberg gedachte, waren Anton Granig, Anton Koperek (er starb 1942 im KZ Daschau), Anton Kutej (starb 1941 im KZ Dachau), Marzell Leeb (starb 1940 im KZ Mauthausen), Viktor
Poljanec (starb nach Entlassung aus der Haft 1938), Josef Pollak (starb 1940 im KZ Oranienburg), Josefa Sumper (starb 1945 im KZ Ravensbrück), Otto Schuster (starb 1942 im KZ Dachau) sowie
Stefan Singer (starb 1945 in der Steiermark). (Schluss)
K200003107
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