Böhmdorfer: "Wünsche, daß Haider Bundeskanzler wird." Útl.: Justizminister kann sich hormonelle Behandlung ("chemische Kastration") bei Sexualstraftätern vorstellen

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FORMAT (Montagausgabe) kündigt Justizminister Dieter Böhmdorfer weitreichende Reformen im Justizbereich an. So werden laut Böhmdorfer Dienstgeber in pädagogischen Berufen verpflichtet sein, Strafregister von Berufsbewerbern anzufordern. Böhmdorfer: "ich halte es für undenkbar, daß dort wo Kinder gefährdet sind, die Dienstgeber die Strafregisterauskünfte nicht bekommen." Der Justizminister bestätigt gegenüber FORMAT weiters, daß er in der Begnadigungspraxis bei Sexual- und Suchtgiftdelikten "sehr viel strenger als frühere Minister" sei. Weiters glaubt Böhmdorfer, daß "es sehr viel Sinn macht in Zukunft Sexualstraftäter lebenslänglich zu kontrollieren". Auch die Einführung der hormonellen Behandlung von Sexualstraftätern ist für Böhmdorfer vorstellbar. Der Minister: "Ich schließe hier überhaupt nichts aus." Auch die Abschaffung des sogenannten Homosexuellen-Paragraph 209 (Unzucht mit über 14 jährigen und über 18 jährigen Männern) ist für Böhmdorfer möglich. Der Minister: "Ich kann mir einen Änderung vorstellen, wenn es einen Regierungskonsens gibt." Bei den EU-Sanktionen befürwortet Böhmdorfer den Vorschlag seines Parteikollegen Thomas Prinzhorn Schadenersatzforderungen gegen die EU einzubringen: "Es soll einige aussichtsreiche Fälle von Unternehmen geben, wo das geschehen kann und es ist logisch, hier Schadenersatz zu fordern." Zur geplanten EU-Volksbefragung sagt Böhmdorfer: "Ich sehe das positiv und finde, daß das FPÖ-Gesinnung reinsten Wassers ist, in Fällen wo es Sinn macht, die Bevölkerung zu befragen. Das kann nicht schlecht sein, daß die Bevölkerung aufgerufen wird, in dieser Frage ja oder nein zu sagen." Zum Rückzug von Jörg Haider aus der Bundespolitik meint Böhmdorfer: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Republik Österreich auf einen politisch so kreativen Menschen mit Ideen verzichten kann." Auf die Frage ob Haider Bundeskanzler werden soll, meint der Justizminister: " Ich traue es ihm zu und wünsche es ihm. Je größer seine Aufgabe, desto größer sind seine Leistungen."

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