Brauner gegen Frauen als Milizkräfte beim Bundesheer

Scheibners Vorstoß "geschmacklos"

Wien (SPW) Die Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende, Frauenstadträtin Renate Brauner, lehnte heute, Freitag, den Vorschlag von Verteidigungsminister Scheibner, Frauen zu Miliz zuzulassen "auf das Entschiedenste" ab. "Dieser Schritt zeigt einmal mehr das gesellschaftspolitische Grundverständnis der neuen Bundesregierung", so Brauner gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Wien. Sie selbst könne das Argument, "dass zu gleichen Rechten auch gleiche Pflichten gehören", und demnach Frauen genauso wie Männer ihren Dienst beim Heer leisten müssen, "nicht mehr hören". "So lange Frauen mehrheitlich die Verantwortung für die Familienarbeit haben und Belastungen durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie alleine tragen müssen, sehe ich keinerlei Veranlassung, den Frauen zusätzliche gesellschaftliche Dienste aufzubürden", betonte die SPÖ-Politikerin. ****

Die bisherige Regelung, die von den ehemaligen MinisterInnen Prammer (SPÖ) und Fasslabend (ÖVP) ausgehandelt wurde, bezieht sich ausdrücklich auf den freiwilligen Dienst von Frauen beim Bundesheer. "Mit diesem Schritt wurde Frauen eine freiwillige Berufskarriere beim Heer ermöglicht, die zudem den Bestimmungen des Bundesausgleichbehandlungsgesetzes unterliegt", erklärte Brauner. Doch selbst unter diesen Bedingungen hat der Alltag gezeigt, dass es nur für wenige Frauen attraktiv ist, beim Bundesheer eine Laufbahn als Soldatin einzuschlagen. "Der Vorstoß Scheibners ist ein geschmackloser Versuch, das Personaldefizit beim Bundesheer in den Griff zu bekommen. Der erste Schritt waren die Verschlechterungen für die Zivildiener, die scheinbar durch Hunger zum Heer getrieben werden sollen; in einem zweiten Schritt geht's nun den Frauen an den Kragen. Diese Form der rechtskonservativen Gesellschaftspolitik ist ein enormer Rückschritt - vor allem in der Gleichstellungspolitik", unterstrich Brauner abschließend die Ablehnung der SPÖ. (Schluss) gd

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