Österreichisches Gesundheitswesen: Reformen und kreative Ideen dringend vonnöten!

Wien (OTS) - Anlässlich der Generalversammlung der Pharmig, heute, 12. Mai 2000, bezog Univ. Prof. Dr. Christoph Badelt, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik der Wirtschaftsuniversität Wien, zu den ökonomischen Herausforderungen, denen sich das heimische Gesundheitswesen stellen muss, Stellung.

Badelt stellte klar, dass das österreichische Gesundheitswesen im europäischen Vergleich nicht als "zu teuer" eingestuft werden kann (das gilt auch für Medikamente), und, dass eine medizinische Vollversorgung für jedermann/frau zu bestehenden "Tarifen" langfristig nicht aufrecht zu erhalten sein wird. Ein (politisches) Versprechen, mehr Leistung und höhere Qualität gleichzeitig bieten zu wollen, würde, so Badelt, bedeuten, "Illusionen zu wecken, die bald von der Realität aufgedeckt werden".

In dieser Situation sieht Badelt zwei Optionen für die Politik:
Erste Option: Sollte weiterhin eine Vollversorgung angestrebt werden; dann seien Einnahmenerhöhungen unumgänglich. Diese könnten z.B. durch eine Steigerung der Versicherungsbeträge, andere Abgabenerhöhungen oder durch eine Änderung der Finanzierungsbasis der Sozialversicherung erzielt werden. Zweite Option: Eine Teilprivatisierung der Gesundheitsfinanzierung sei einzuleiten. Dies sei aber, so Badelt, nur langfristig möglich und würde, so der Ökonom, vor allem bei unteren Einkommensschichten "rasch auf soziale Grenzen" stoßen.

Pharmig: JETZT Lösungen suchen - Wert von Medikamenten anerkennen!

Im Sinne ihre Integrierten Gesundheitssystems (IGS) plädiert die Pharmig neuerlich für die sachorientierte und konstruktive Zusammenarbeit aller am Gesundheitswesen Beteiligten, an Lösungen für die künftige und langfristig auch finanzierbare Gestaltung eines Gesundheitssystems mitzuarbeiten. Verteilungskämpfen, wie sie zur Zeit stattfänden, sei eine klare Absage zu verteilen. Mehr denn je gelte es jetzt, langfristig haltbare Strategien zu entwickeln, bei denen auch der hohe Wert von Arzneimitteln als Kernpunkt des medizinischen Fortschritts und als volkswirtschaftlicher "Sparfaktor" anerkannt werden müsste.

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