Rieder: 5 Jahre Wiener Spitalsverbindungsdienst - Contact

Erstkontakte mit 1.300 Drogenkranken; integrierter Bestandteil der Notfallversorgung in Wiener Spitälern

Wien, (OTS) "Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit Drogenkranken, die ins Spital eingeliefert werden, und ein sofortiges Einbinden in eine Betreuung, kann in vielen Fällen den Absturz in das soziale und therapeutische 'Out' verhindern",
betonte Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder anlässlich des Symposiums "5 Jahre Spitalsverbindungsdienst - Contact" am
Freitag. Seit 1995 nehmen die acht MitarbeiterInnen von Contact in den Spitälern der Stadt Wien Kontakt mit Drogenkranken auf, die wegen einer Überdosierung oder wegen anderer gesundheitlicher Probleme ins Spital eingeliefert werden. Insgesamt wurden dabei
bis Ende 1999 rund 1.300 drogenkranke Personen kontaktiert. "Da Drogenkranke oft sehr schwierige Patienten sind, ist es auch eine der Aufgaben von Contact, das Spitalspersonal in der Betreuung zu unterstützen", so Rieder.

"Integrierte Drogenpolitik"

Rieder weiter: "Der Spitalsverbindungsdienst Contact ist ein exemplarisches Beispiel für die integrierte Drogenpolitik der
Stadt Wien, was bedeutet, die medizinische Behandlung von drogenkranken Menschen in den Krankenhäusern durchzuführen." Ziel dabei ist es, Drogenkranke nicht zu gettoisieren und stigmatisieren.****

Maßgeschneidertes Betreuungskonzept für Drogenkranke

Während ihrer "Drogenkarriere" werden Drogenkranke immer wieder aufgrund einer Überdosis oder wegen anderer Erkrankungen in Spitälern aufgenommen. Die SozialabeiterInnen von Contact werden daraufhin ins Spital gerufen und erstellen für den Betroffenen ein "maßgeschneidertes" soziales und therapeutisches
Betreuungskonzept.

Seit der Gründung von Contact im Jänner 1995 bis Ende 1999 wurden so fast 1.300 Personen betreut, wovon 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen waren.

Insgesamt wurden dabei 5.519 Kontakte gezählt. 1.459 Kontakte waren Erstkontakte, wovon 722 dieser Erstkontakte im Akutbereich (Notfallaufnahme) und 737 im stationären Bereich (Interne Abteilungen, Gynäkologischen Abteilungen, etc.) stattgefunden haben.

2.767 Kontakte fanden nach dem Krankenhausaufenthalt der Drogenkranken statt. Ziel dabei ist es, Kontakt mit den Klienten auch nach ihrem Aufenthalt zu halten und so die sicherzustellen, dass die Betroffenen ihre begonnen Behandlung und Betreuung auch fortführen.

Was die Altersverteilung - gerechnet über den gesamten Zeitraum von 1995 bis 1999 - betrifft, ist die größte Gruppe der von Contact betreuten Personen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren (26 Prozent), gefolgt von der Gruppe der 15 bis 19-jährigen (20 Prozent). Die Gruppe der 25 bis 29-jährigen waren insgesamt 19 Prozent, 15 Prozent der von den Contact-MitarbeiterInnen kontaktierten Personen waren zwischen 30 und 34 Jahren.

Drei "fixe" Sozialarbeiterinnen im AKH

Insgesamt sind acht SozialarbeiterInnen im Team von Contact. Drei davon sind ständig mit der Betreuung von PatientInnen der Drogenambulanz des Allgemeinen Krankenhauses beschäftigt, die anderen fünf sind in den anderen Krankenhäusern mit Notfallaufnahmen.

Sonderprogramm für drogenabhängige Mütter

Neben dem eigentlichen Dienst in den Spitälern betreibt Contact am Margaretengürtel 96 wöchentlich eine Mutter-Kinder-Gruppe für drogenabhängige Frauen und deren Kinder. Auf Initiative des Drogenbeauftragten Dr. Alexander David wurde ein Arbeitskreis gegründet, in dem Fachleute die schwierige Situation und die besonderen Betreuungsbedürfnisse drogenabhängiger Mütter und deren Kindern erörtern. An diesem Arbeitskreis nehmen neben Dr. David VertreterInnen der MA 15 - Gesundheitswesen, der MA 11 - Amt für Jugend und Familie und, je nach Thematik, weitere Fachleute teil. (Schluss) mmr

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