VP-Pfeiffer: Maßnahmenkonzept für Donauinsel notwendig

"Absichtserklärungen sind zu wenig!"

Wien (ÖVP-Klub): Als "ersten Schritt" bezeichnete GR Gerhard Pfeiffer am Freitag bei einer Pressekonferenz das "Nutzungskonzept Donauraum Wien 2000". Wichtig sei jetzt aber, so der Panungsausschussvorsitzende, es nicht bei Absichtserklärungen zu belassen, sondern ein Maßnahmenkonzept zu entwickeln - und vor allem dieses auch zu budgetieren.*****

Das Anfang des Monats in der Stadtentwicklungskommission beschlossene Leitbild, welches auch noch den Gemeinderat passieren muss, stellt mit den darin formulierten Nutzungsvorstellungen die Grundlage für die rechtliche Umsetzung dar. Diese erfolgt durch einen Beschluss des neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes Ende Juni ebenfalls im Gemeinderat.

Obwohl von ihm in der Stadtentwicklungskommission mitbeschlossen, ist das Leitbild aus Pfeiffers Sicht keineswegs in allen Punkten zufriedenstellend. "Die Beamten haben es geschafft, viele unterschiedliche Nutzungsvorstellungen im Konzept unterzubringen, was sicher nicht einfach war", lobte Pfeiffer zwar, aber gerade dadurch sei die klare Linie teilweise verloren gegangen. "Die Idee einer Dreiteilung des Donauinselbereiches mit einer intensiveren Nutzung im Mittelteil und einer naturnahen im Nord- und Südabschnitt wurde im neuen Nutzungskonzept verwässert", kritisierte Pfeiffer. Die zukünftig vorgesehenen Nutzungsmöglichkeiten seien zu sehr verstreut und nicht auf den zentralen Bereich konzentriert.

Budgetierung und Umsetzung von Maßnahmen erforderlich

Als unerlässlich bezeichnete Pfeiffer die Erstellung eines Konzeptes zur Umsetzung der Nutzungsvorstellungen und eine budgetäre Berücksichtigung der umzusetzenden Maßnahmen. "Reine Absichtserklärungen sind zuwenig! Was wir jetzt brauchen, ist ein Maßnahmenkonzept. Der Flächenwidmungsplan gibt ja nur einen Rahmen vor, innerhalb dessen neue Nutzungen - wie beispielsweise Kultur -möglich werden."

Kultur auf der Donauinsel

"Naturnahe, urbane Kultur" auf der Donauinsel erlebbar zu machen ist eine Vision Pfeiffers, die er seit nunmehr fast drei Jahren beharrlich verfolgt. Er ist überzeugt, mit einem durchdachten Kulturangebot die Attraktivität der Donauinsel wesentlich steigern und ein neues Publikum ansprechen zu können. Vor allem für die Bewohner der Bezirke Floridsdorf und Donaustadt würde dies eine wesentliche Bereicherung darstellen: Sie sind - was das Kulturangebot in näherer Umgebung betrifft - derzeit wahrlich nicht verwöhnt und müssen lange Anfahrtswege in Kauf nehmen.

"Leider ermöglicht auch das neue Nutzungskonzept die Ausweitung des kulturellen Angebots nicht in optimaler Weise", bedauerte Pfeiffer, "ich muss schon froh darüber sein, dass Kultur nun wenigstens vorkommt." Denn das war durchaus nicht immer so: Noch im Herbst vergangenen Jahres waren die Ergebnisse einer von Planungsstadtrat Görg in Auftrag gegebenen Studie "Kulturkonzept Donauraum" nicht in den Leitlinien berücksichtigt.

Nun finden die Vorschläge aus dem Kulturkonzept immerhin an zwei Stellen Eingang in das Leitbild.
So soll etwa die Arena bei Kaisermühlen genutzt und deren Umfeld -beispielsweise durch einen Skulpturengarten - ausgestaltet werden. Zwischen Kaisermühlensteg und Reichsbrücke soll es zukünftig temporäre Kultureinrichtungen in Form eines "Kulturparcours" für verschiedene Nutzergruppen geben.

Für den Abschnitt Nordbrücke bis Brigittenauer Brücke sind Land-Art-Installationen und temporäre Kunstevents auf einem Experimentierfeld in Abstimmung mit einem "übergreifenden Kulturkonzept" geplant.

Kultur aufgesetzt statt integriert

Pfeiffer: "Dieses übergreifende Kulturkonzept findet allerdings an keiner anderen Stelle des Leitbildes Erwähnung. Sie können sich also vorstellen, wie übergreifend es wirklich ist. Wenn schon bei den Nutzungsvorstellungen so wenig von einem Kulturkonzept zu spüren ist, wie dünn wird die Suppe dann erst sein, wenn es um die Umsetzung geht?", befürchtet Pfeiffer, dass die Kultur auf der Insel wieder einmal zu kurz kommen wird.

Massnahmenkatalog

Naturräumlich wertvoller Bereich:

Im Leitbild vorgesehen: Bestand erhalten

Offen: mehr Niveauunterschiede, Kanäle, Schilfinsel.
Problematisch: die "durchgehende Begeh- bzw. Befahrbarkeit" sowie die "öffentliche Zugängigkeit aller Flächen"

Landschaftsgebundene Erholung:

Im Leitbild vorgesehen:
Verbesserung der Aufenthaltsbereiche durch Wassereinstiegshilfen, Baumpflanzungen zur Schattenbildung,
Sitzgelegenheiten;
Sanitär-, Sanitäts- und Informationseinrichtungen in minimaler Größe

Offen:
Ausreichende Infrastruktur im Erholungsbereich (nicht nur "minimal", da beispielsweise Sicherheitsrisiko, wenn Rad fahren und Skaten erlaubt, aber nur minimale Sanitätseinrichtungen)
Einschränkung gefährdender Sportarten zugunsten von Bereichen für Familien und Kleinkinder

Stadtteilbezogene Erholung:

Im Leitbild vorgesehen:
Stärkung der Anbindung an das Hinterland durch die Errichtung von zusätzlichen Stegen für Fußgänger und Radfahrer und
die mögliche Errichtung von Kinderspielplätzen, Gastronomieeinrichtungen zur Attraktivierung der Uferpromenade

Offen: Parkplätze auch bei kleineren Übergängen und
insbesondere im Bereich der Copa Kagrana (WED)

Freizeiteinrichtungen:

Im Leitbild vorgesehen: Mögliche Schaffung von zusätzlichen Einrichtungen der genannten Nutzungen in kleinmaßstäblicher Ausführung (keine Schwerpunktnutzung wie "Spiel und Sport" oder "Gastronomie")

Offen: Kulturelle Projekte!

Spiel und Sport:

Im Leitbild vorgesehen: Mögliche Errichtung von Gerätespielplätzen, Basketball und Beachvolleyballplätzen, Plätze für Veranstaltungen, etc.

Offen:
Schließfächer bei den U-Bahn-Stationen
Kabinen
Duschmöglichkeiten
Verleih von Sportgeräten

Gastronomie:

Im Leitbild vorgesehen: Verbesserung der angebotsmäßigen und gestalterischen Qualitäten, um alle Bevölkerungsgruppen (Familien mit Kleinkindern, Senioren, Freizeitsportler, etc.) anzusprechen

Offen: Zugängigkeit der Lokale auf Seite der Sunken-City (Brücke, Abfahrt)

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