AKNÖ warnt Häuslbauer vor Fremdwährungskrediten

OTS (Wien).- Strukturvertriebe, die Fremdwährungskredite anbieten, haben Häuslbauer als Kundschaft entdeckt. Die AKNÖ warnt vor dieser risikoreichen Finanzierungsform.

Seit der Japanische Yen und zum Teil auch der Schweizer Franken heftige Kurssprünge vollzogen haben, ist bei Häuslbauern, die sich ihr Eigenheim per Fremdwährungskredit finanziert haben, Feuer am Dach. Innerhalb weniger Wochen sind die Kredite um mehr als 10 Prozent teurer geworden.
Bis vor einem Jahr erschien diese Finanzierungsform noch durchaus lukrativ. Die großen Zinsunterschiede im Vergleich zu den heimischen Angeboten, ließen auf billiges Geld hoffen. Und damit entdeckten vor allem Strukturvertriebe die privaten Häuslbauer als Kundschaft. Die Arbeiterkammer warnte bereits damals davor, sich auf das Abenteuer einzulassen, wenn nicht das nötige Know-how und genügend Finanzkraft vorhanden war, um Kurssteigerungen "aussitzen" bzw. das erhöhte Rückzahlungsaufkommen finanzieren zu können. "Wer sich die vergleichbare Schilling-Rate nicht locker leisten kann, sollte keinesfalls einen Fremdwährungskredit aufnehmen. Denn bei Kursanstiegen der Fremdwährungen kann sich der Kredit praktisch über Nacht drastisch verteuern", meinten die Konsumentenschützer. Wenn man in einer solchen Phase nicht kühlen Kopf behält und bei einem hohen Fremdwährungskurs übereilt in den sicheren Schilling zurückwechselt, dann muss man auch mit hohen Verlusten rechnen. Deshalb ist es äußerst wichtig, neben der Kreditrate einen finanziellen Polster anzusparen - z.B. in Form eines Anlagefonds - , um Kurssteigerungen und damit verbundene Schulderhöhungen jederzeit kompensieren zu können. In den letzten Wochen ist genau diese Entwicklung eingetreten. Und viele Privatkunden sind mit der Situation hoffnungslos überfordert. Das hindert vor allem Strukturvertriebe nicht, weiter kräftig für Fremdwährungskredite zu werben. Sie klappern Baustellen in Niederösterreich ab und versprechen oft das Blaue vom Himmel.
Der Tipp der Konsumentenschützer: "Lassen Sie solche Angebote unbedingt von unabhängigen Experten prüfen und vermeiden Sie einen Vertragsabschluss unter Zeitdruck." Positiv sieht Kreditexperte Ernst Hafrank in dieser Sache das Verhalten der Banken. Mehrheitlich gehen sie bezüglich der Fremdwährungskredite äußerst restriktiv vor, wie ein großangelegter Test gezeigt hat.
Grundsätzlich meint der Konsumentenschützer: "Ein Fremdwährungskredit ist ein Finanzierungsinstrument für Profis, die bereit sind, eine gewisses Risiko einzugehen und dafür auch höhere Spesen in Kauf zu nehmen, mit der Aussicht, Gewinne aus dieser Währungsspekulation zu lukrieren." Es habe jedenfalls keinen Sinn, deshalb einen Fremdwährungskredit aufzunehmen, weil man sich die Schilling-Rate nicht leisten kann. Ganz im Gegenteil. "Ich würde raten, nur dann einen Fremdwährungskredit aufzunehmen, wenn man sich auch die Schilling-Rate locker leisten kann und man sich der Möglichkeit, finanzielle Verluste zu erleiden, bewusst ist", meint Hafrank.

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