VP-Strobl: Letztes Kindergartenjahr soll gratis sein

Wiener ÖVP zur aktuellen Diskussion um Gratiskindergartenplätze in Wien

Wien (ÖVP-Klub) Die Wiener ÖVP sieht die Frage Gratiskindergarten differenziert. Grundsätzlich ist die Frage der sozialen Ausgeglichenheit durch die von der Gemeinde Wien gewährten Zuschüsse gegeben. Eltern, die sich den Kindergarten nicht leisten können, brauchen nichts bzw. nur wenig zahlen. "Ein vollständig gratis geführter Kindergarten in ganz Wien, wäre nicht finanzierbar”, erklärte heute der Wiener VP-Abgeordnete Walter STROBL.

"Sehr gut vorstellen kann ich mir das aber für das letzte Kindergartenjahr (vom 5. bis zum 6. Lebensjahr) als Vorschulerziehungsjahr mit dem speziellen Schwerpunkt integrativer "sprachlicher Vorschulung" speziell für ausländische Kinder." Das würde viele Probleme in der Volksschule mit Kindern, die erst mühsam Deutsch lernen müssen, ersparen.
"Dieses eine Jahr sollte daher grundsätzlich gratis angeboten werden - es sollte eher als "Bildungseinrichtung" mit dem Schwerpunkt "soziale und sprachliche Integration" und weniger als Aufbewahrungseinrichtung gesehen werden”, betonte STROBL.
STROBL schätzt, dass aufgrund der aktuell vorliegenden Statistik ca. 12.000 Kinder betroffen wären. Derzeit gibt es in Wien etwa 95.000 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahre, davon besuchen derzeit 38.712 Kinder einen Kindergarten.

Für die Jugendbetreuung in Wien (z.B. Parkbetreuung, Jugendzentren, Back on Stage, Jugendkreis usw.) wurden für das Jahr 2000 insgesamt an die 315 Millionen Schilling veranschlagt. Die Kosten für Kindertagesbetreuung wurden für das Jahr 2000 mit voraussichtlich 3,16 Mrd. Schilling angesetzt.

Es sei daher absolut vernünftig und gerechtfertigt, bereits für die Fünfjährigen in pädagogisch sinnvolle Maßnahmen zu investieren. Wenn man als Berechnungsgrundlage den höchsten Elternbeitrag für einen Kindergartenplatz mit 3.250.- ATS/Monat hernimmt, so rechnet STROBL mit einem mehr Finanzierungsbedarf für das Gratisjahr von 468 Mio. ATS
Finanziert werden könnte dieses eine Gratisjahr einerseits über Zuschüsse durch den Wiener Integrationsfonds und andererseits über Privatisierungserlöse. Das kurzfristige Potential der Privatisierungsmöglichkeiten, wie z.B. der Verkauf städtischer Unternehmen wie der Wienstrom, Wiengas und der Fernwärme Wien würde ein Volumen von insgesamt 20 Milliarden freisetzen. Das Gesamtvolumen an Privatisierungsmöglichkeiten ist sogar noch weit höher und bewegt sich um die 50 Mrd. Schilling.

"Das sind notwendige Investitionen in die Zukunft unserer Stadt”, erklärte STROBL. "Das Aufbrechen von Sprachenklaven und die Integration von Ausländern bleiben ein aktuelles wichtiges kommunalpolitisches Ziel der Wiener Koalitionsregierung.”
Erste äußerst positive Erfahrungen mit einem derartigen Projekt durch "Vita aktiva” liegen bereits vor. Wichtig ist eine Schwerpunktbetreuung und -information bei ausländischen Familien. "Es muss uns gelingen, vor allem die Mütter zu interessieren und zu gewinnen. Sie sollen in die Integrationsarbeit eingebunden werden.” Strobl tritt daher für ein generelles Gratisangebot für alle Kinder des letzten Kindergartenjahres ein. Denn Integration ist nur dann sinnvoll, wenn auch die österreichischen Kinder dabei sind.
Unter der Annahme, dass die Privatisierungsprojekte noch in dieser Legislaturperiode zum tragen kommen, will STROBL mit der SPÖ Wien in intensive Verhandlungen treten um das Kindergartenprojekt umzusetzen.

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