Pressestimmen/Vorausmeldung/Wirtschaft "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Rabenmütter und Managerinnen

Ausgabe vom 12.5.2000

Klagenfurt (OTS) - Die "Rabenmutter" kennt der Volksmund - im Märchen ist sie meist die böse Stiefmutter. In jedem Fall handelt es sich dabei um eine - selbstverständlich weibliche - Person, die ihre Mutterpflichten sträflich vernachlässigt.
Mit der Aktion "Rabenmuttertag 2000" machen die SP- und FSG-Frauen anlässlich des nahenden Muttertags auf die Benachteiligung der berufstätigen Mütter im Handel aufmerksam. Die haben nämlich nicht nur mit oben abgehandeltem Vorurteil zu kämpfen, mit dem sich berufstätige Mütter - nie aber die Väter - immer noch herumschlagen müssen, und das von den Regierungsparteien noch verstärkt wird, sondern auch mit einem Alltag, der ihnen höchste Managementqualitäten abverlangt. Denn gerade im Handel heißt es immer öfter Teilzeit arbeiten, und zwar dann, wenn es dem Arbeitgeber passt. Dann, bei den starren Öffnungszeiten der Kindergärten, eine Betreuung für den Nachwuchs aus dem Hut zu zaubern, ist wirklich eine Leistung.
Wie allgemein bekannt ist, entspricht gerade im Handel die Bezahlung keineswegs jenen Managementqualitäten. Meist sind die Frauen auf mehrere Teilzeitjobs angewiesen, was das Problem der Kinderbetreuung noch brisanter macht. Kunden bedienen, statt sich einmal zu Hause von den Liebsten bedienen zu lassen, werden am kommenden Sonntag die Verkäuferinnen in den Blumenläden. Damit wir im letzten Abdruck noch - leider oft genug - ein Alibisträußchen erstehen können, müssen sie Überstunden schieben. Für sie ist der Muttertag kein Feiertag, sondern ein Stresstag.

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