Tage des Rassismus und Rechtsextremismus in Innsbruck, Tirol

Innsbruck (OTS) - Am 12. und 13. Mai veranstalten 2000 deutschnationale bis rechtsextreme Burschenschafter, Mitglieder von Landsmannschaften und Turner in Innsbruck die Festakademie Europa 2000 mit abschließendem Festkommers. Federführend ist die Burschenschaft Brixia, Innsbruck, die auf eine bewegte Geschichte zurückblickt, wie der Sprecher der Plattform Gerhard Hetfleisch feststellt: "Zahlreiche Mitglieder der Brixen waren NSDAP Mitglieder und bei bei der SS. Mitglieder der Brixen haben u.a. den Holocaustleugner Irving nach Innsbruck eingeladen. Die Referenten der sogenannten Festakademie widerspiegeln die Anliegen und den Geist der Veranstalter, wobei einige honorige und unverdächtige Personen - wie beispielsweise der Bürgermeister der Stadtgemeinde Innsbruck DDr. Herwig van Staa - den Burschenschaftern als Feigenblatt für die übrigen, rechtsextremen Referenten dienen." Hetfleisch stellt zu den Referenten fest: "Dem deutschen Referenten zur EU-Osterweiterung Dr. Alfred Mechtersheimer attestierte 1997 der bundesdeutsche Verfassungsschutz, dass sich dieser 'zu einem der wichtigsten Protagonisten rechtsextremistischer Bestrebungen' gemausert hat. Die Podiumsdiskussion am Samstag, 13.5. leitet der 'rechtsextreme Alt-Aktivisten Dr. Otto Scrinzi', ehemaliges Mitglied der NSDAP und SA (DÖW). Dr. Hartmut Fröschl, Toronto, Teilnehmer der Podiumsdiskussion am Samstag, ist Mitglied des "Schutzverein Österreichischer Landsmannschaften", der im Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus als rechtsextreme Organisation gilt."

Dr. Gerhard Hetfleisch, erklärte weiter: "Festakademie und Festkommers bündeln rechtskonservative bis rechtsextreme Haltungen, stärken männerbündische Strukturen und dienen u.a. auch als Forum für Aktivisten und Theoretiker des Rechtsextremismus. Das erklärt auch, warum der Festkommers nicht öffentlich ist. Dem Treiben im folkloristischen Deckmantel tritt die Plattform gegen Rassismus entschieden entgegen." Es gibt mehrere Gegenveranstaltungen: ein Straßenfest am Franziskanerplatz und eine Podiumsdiskussion an der Universität Innsbruck am Freitag, Demonstration und Podiumsdiskussion im Landestheater am Samstag. Nun haben die Burschenschafter auf ihrer Pressekonferenz am Mittwoch ihrerseits Kundgebungen in unmittelbarer Nähe zu den Veranstaltungen der Plattform gegen Rassismus angekündigt. "Konflikte können nun nicht mehr ausgeschlossen werden", bedauert Hetfleisch und meint weiter "Die Plattform beabsichtigt friedliche Gegenaktivitäten und ersucht die Exekutive gegen rechtsextreme Provokateure entschieden vorzugehen."

Hinweise: Pressekonferenz der Plattform am Freitag, 13.00 Uhr, Stadtcafe, Universitätsstraße 1, Innsbruck

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

PLATTFORM GEGEN RASSISMUS
Mitglied des European Network
against Racism (ENAR)
Dr. Gerhard Hetfleisch
Mag. Verena Schlichtmeier
Tel.: 0699/104 15 282
Postfach 37, 6027 Innsbruck

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS