ÖGB: "Aktion der 1.000 Nadelstiche" beginnt

Am 16. Mai bundesweiter Aktionismus mit mehr als 300 Veranstaltungen

Wien (ÖGB). Die in der Vorwoche von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch bei der österreichweiten BetriebsrätInnen-Konferenz im Austria Center Vienna angekündigte "Aktion der 1.000 Nadelstiche" beginnt am kommenden Dienstag, 16. Mai 2000, mit einem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto "Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit kämpfen".++++

Bei mehr als 300 Straßenaktionen in ganz Österreich werden am kommenden Dienstag, 16. Mai, BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen und JugendvertrauensrätInnen die Öffentlichkeit durch einen breit gefächerten Aktionismus über die unsozialen Pläne der Bundesregierung informieren. "Das sind die ‚ersten Nadelstiche‘ für diese unsoziale Regierung", so der Leitende Sekretär im ÖGB, Karl Drochter.

Massive Umverteilung zu Lasten der ArbeitnehmerInnen

Im Mittelpunkt der Straßenaktionen stehen die geplanten Ungerechtigkeiten und deren Auswirkungen auf die ArbeitnehmerInnen. Hauptkritikpunkt ist die Fortsetzung des unsozialen Belastungskurses der Bundesregierung gegen die ArbeitnehmerInnen: Die Anhebung des Pensionsantrittsalters verbunden mit Pensionskürzungen nach dem Motto "Länger arbeiten - dafür auch noch weniger Pension", Kürzungen der Gelder für das Arbeitsmarktservice, aber auch der Versuch die Arbeiterkammern "mundtot" zu machen und Verschlechterungen in der Krankenversicherung zu Lasten der ArbeitnehmerInnen. Während man die ArbeitnehmerInnen durch eine unsoziale Umverteilung mit 13 Mrd. S und zusätzlichen Pensionskürzungen in Höhe von 15 Mrd. S massivst und einseitig belastet, sollen Selbstständige, Großbauern und Zinshausbesitzer mit rund 20 Mrd. S gefördert werden. Bereits im Mai sollen viele dieser Maßnahmen von den Regierungsparteien beschlossen werden.

Aktionen an mehr als 300 Orten

Insgesamt stehen mehr als 300 Veranstaltungen in ganz Österreich auf dem Programm. In jedem Bezirk wird zumindest eine Aktion veranstaltet - meist jedoch mehrere Aktionen gleichzeitig. "Aktionismus steht dabei im Mittelpunkt", kündigt Drochter an. So wird beispielsweise in Ambulanzen und Spitälern auf die 250 S Gebühr bei Ambulanzbesuchen aufmerksam gemacht oder an Kreuzungen während der Rotphase Transparente mit dem Motto "Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit kämpfen" über die Straße gespannt. In Kärnten gibt es ein Pendlerfrühstück, in der Steiermark Informationen in den Pendlerzügen. In Baden wiederum schleppen ArbeitnehmerInnen das Belastungspaket der Regierung und in Tirol putzt die Gewerkschaftsjugend Autoscheiben und stellt in Hinblick auf die Verschlechterung der Lehrlingsausbildung die Frage, ob "Scheibenputzen" der Beruf der Zukunft ist.

Wer Interesse hat, an einer der Veranstaltungen am 16. Mai teilzunehmen, kann sich über die einzelnen Veranstaltungsorte entweder über die Homepage des ÖGB unter http://www.oegb.at informieren, oder diese per Mail: kampagnen@oegb.or.at. anfordern. (ew)

ÖGB, 11. Mai 2000

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