Konflikt zwischen Post und Gewerkschaft verschärft sich

Salzburger Post setzt MitarbeiterInnen unter Druck

Salzburg/Wien (GPF/ÖGB). Der Postvorstand lässt nichts unversucht, um die demokratischen Rechte der MitarbeiterInnen zu behindern. Nachdem bereits vergangenen Dienstag Abgesandte des Postvorstandes am Postamt 1190 Wien durch ihr Auftreten eine Betriebsversammlung verhindert haben, setzt der Postvorstand nun die MitarbeiterInnen des Postamtes 5020 Salzburg mit Klagedrohungen unter Druck. "Eine bodenlose Frechheit", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschschaft der Post- und Fernmeldebedienstete (GPF) Salzburg und ÖGB-Landesvorsitzender, Walter Blachfellner.++++

Die Personalvertretung hat für heute, Dienstag, 23 Uhr, am Bahnhofspostamt 5020 Salzburg, Abteilung Briefumleitung, eine Betriebsversammlung angekündigt. Die Verantwortlichen des Salzburger Postfuchses reagierten prompt. Der zuständige Abteilungsleiter wurde angewiesen, den Beschäftigten mitzuteilen, dass ihnen bei einer Teilnahme an der Betriebsversammlung Schadenersatzforderungen drohen könnten. Wörtlich heißt es in diesen Schreiben, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass die MitarbeiterInnen davon in Kenntnis zu setzen sind: "Sollte es durch diese Betriebsversammlung zu Verzögerungen in der Beförderung kommen, sind Schadenersatzansprüche und zusätzliche Mehrleistungen zu erwarten. Rechtliche Konsequenzen sind nicht auszuschließen!"

Blachfellner: "Hier werden die demokratischen Rechte der KollegInnen mit der Androhung einer Klage mit den Füßen getreten. Das ist eine bodenlose Frechheit. Da der Postvorstand keine schlüssigen Argumente hat, versucht er durch Diffimierungen und Klagsdrohungen sein mehr als umstrittenes Sparprogramm mit diktatorischen Mitteln durchzusetzen. Dem müssen wir den entsprechenden Widerstand entgegensetzen."

Der Vorsitzende der Postgewerkschaft, Hans Georg Dörfler, kündigte inzwischen für Dienstag, 16. Mai, in Linz eine Konferenz der Personalvertreter aus ganz Österreich an. Dort soll über die weitere Vorgangsweise entschieden werden.

Durch die Betriebsversammlung am Bahnhofspostamt 5020 Salzburg kann es sowohl im Bundesland Salzburg als auch österreichweit zu Verzögerungen bei der Postweiterleitung kommen.

Blachfellner: "Ich ersuche im Namen der KollegInnen dafür um Verständnis. Die sture Haltung der Unternehmensleitung lässt uns keine andere Wahl. Ich bitte aber auch um Unterstützung für unsere berechtigten Anliegen." (ff)

ÖGB, 11. Mai 2000

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