Österreichs Plattenindustrie ist Marktführer in Europa

Produktion von Span-, MDF- und Faserplatten blieb 1999 auf hohem Niveau

Wien (PWK) - Mit einem Umsatz von 6,6 Mrd Schilling haben sich die heimischen Span-, MDF- und Faserplattenerzeuger 1999 endgültig an die Spitze der europäischen Plattenhersteller katapultiert. Der weitaus größte Anteil mit einem Wert von 5,8 Mrd ATS entfiel auf die Spanplattenproduktion, rund 0,8 Mrd ATS auf die Faser- und MDF-Plattenherstellung. Während in Österreich jährlich rund 2 Mio Kubikmeter an Holzwerkstoffen produziert werden, sind es an allen Produktionsstandorten in Europa bereits 13 Mio Kubikmeter. "Damit hält die österreichische Plattenindustrie einen Marktanteil von 30% und ist Marktführer in Europa", stellt Ladislaus Döry, Sprecher der Plattenindustrie, in einer Aussendung der Wirtschaftskammer Österreich fest. Bemerkenswert ist, dass sämtliche Industriebetriebe von der Besitzerstruktur fast ausschließlich in österreichischer Hand sind.

Das laufende Geschäftsjahr entwickelt sich positiv. Die MDF-Platte hat entgegen vieler Bedenken die Spanplatte nicht ersetzt, beide Produktsegmente wachsen stetig. Der Trend zum Holzbau eröffnet der Branche neue Chancen. So ist der Boom bei Laminatfußböden mit einem weltweiten Plus von 30% ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung. Bei einem Marktanteil von 5% ist noch ein erhebliches Wachstumspotential zu erwarten. Gute Chancen auf den internationalen Märkten ergeben sich auch bei Fertigteilhäusern und im mehrgeschoßigen Holzbau. Dort wird die Platte verstärkt für Fußböden und Verkleidungen eingesetzt. Am Möbelmarkt sind die Potentiale unterschiedlich: Büromöbel erleben gegenwärtig eine stärkere Nachfrage als Wohn- und Küchenmöbel. "Wir erwarten jedoch von fast allen Märkten auch für die kommenden Monate positive Impulse", so Döry.

Bereits in der Vergangenheit hat die heimische Plattenindustrie kräftig in den Standort Österreich investiert. Gegenwärtig sind Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 3-4 Mrd Schilling bereits umgesetzt beziehungsweise in Realisierung. Bei 10-15 Prozent davon handelt es sich um umweltrelevante Investitionen. Döry begrüßt in diesem Zusammenhang die von der Umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich veröffentlichte Studie zur Natura 2000, nach der eine friedliche Koexistenz zwischen Naturschutz und Wirtschaft das Ziel sein könnte.

Auch bei der Außenhandelsbilanz gehören Österreichs Plattenhersteller zu den Musterschülern, denn die Industriesparte trägt mit einem Exportanteil von 86% massiv zur Verbesserung der heimischen Außenhandelsbilanz bei. Dieser Prozentsatz wird praktisch von keiner anderen Branche erreicht. Importen in der Höhe von rund 1,6 Mrd ATS standen 1999 Exporte im Wert von 5,6 Mrd Schilling gegenüber. Dies ergibt einen Außenhandelsüberschuss im Ausmaß von rund 4 Mrd. ATS. Mit rund 2.300 Beschäftigten ist die österreichische Span-, MDF- und Faserplattenindustrie einer der wichtigsten Arbeitgeber in ländlichen Regionen, die mit strukturellen Problemen kämpfen. Durch die rege Investitionstätigkeit werden laufend neue Arbeitsplätze in Österreich geschaffen.

Der Grundstoff Holz für die in Österreich produzierten Platten stammt überwiegend aus dem Inland. Das Holz für die im Inland hergestellten Span-, MDF- und Faserplatten oder "Holz-spanplatten", mitteldichten Span- und Faserplatten bzw. "Holzfaserplatten", wie sie eigentlich heißen, stammt aus Österreich: Rund 30% des benötigten Grundstoffes kommen aus der Durchforstung der heimischen Wälder, sind also Produkt eines wichtigen Teilbe-reichs der Waldpflege, die für einen ge-sunden Wald unbedingt erforderlich ist. Bei den restlichen etwa 70% handelt es sich um Säge-restholz, also um ein "Nebenprodukt", das bei der Holzverarbeitung entsteht. Immer öfter wird Recycling-Holz für die Produktion der Span-, Faser- und MDF-Platten verwendet. Auf diese Weise kommt bei der Plattenproduktion nur Holz zur Anwendung, das sonst auf andere Weise entsorgt werden müsste und so eine sinnvolle Verwertung findet. Produziert wird derzeit an rund 40 Standorten u.a. auch in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Luxemburg, aber auch außerhalb der EU in der Schweiz, Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien und Ungarn. (MH)

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