Rieder: Neues Diagnosezentrum im Kaiser Franz Josef-Spital

Pathologisch-bakteriologisches Institut: Diagnosezeiten halbiert; im molekularpathologischem Labor den Genen auf der Spur

Wien, (OTS) Wiens Gesundheitsstadtrat Dr. Sepp Rieder eröffnete am Donnerstag das neuerrichtete Pathologisch-bakteriologische Institut (Leitung Univ. Prof. Dr. Martin Klimpfinger) im Kaiser Franz Josef-Spital der Stadt Wien. Hauptaufgabe dieses modernst ausgestatteten Zentrums ist die Diagnose von Erkrankungen anhand von Befundungen von Körperproben. Diese Befundungen - die in dem neuen Institut rascher als bisher durchgeführt werden können - werden gemacht, um eine exakte Diagnose zu erhalten und um eine genau auf dieses Krankheitsbild maßgeschneiderte Therapie durchführen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt des neuen Instituts: Das molekularpathologische Labor, in dem bestimmte Krankheiten aufgrund der Genstruktur krankhaften Gewebes oder von Viren nachgewiesen werden. Ebenfalls neu am Institut ist die Methode der Telepathologie, die es via Internet ermöglicht, in schwierigen Fällen Befundungen gemeinsam mit andern spezialisierten Instituten auf der ganzen Welt durchzuführen. "Mit diesem neu geschaffenen Diagnosezentrum und dem Schnittbildzentrum verfügt das Kaiser Franz Josef-Spital über eine Diagnoseausstattung, die mit jedem anderen Krankenhaus der Welt konkurrenzieren kann", kommentierte Rieder die Eröffnung des neuerrichteten Pathologisch-bakteriologischen Instituts. "Weil es keine Peripheriepatienten gibt, finden wir uns in Wien nicht mit zweitklassig ausgestatteten Peripheriespitälern ab."****

Für den Neubau dieses Institutes waren ursprünglich 212 Millionen Schilling veranschlagt worden, durch konsequentes Controlling der Technischen Direktion in der Bauphase konnten die Gesamtkosten auf rund 190 Millionen Schilling gesenkt werden.

Das Bild der Pathologie: 99 Prozent Diagnosen für lebende Patienten

Die Pathologie beschäftigt sich inzwischen zu 99 Prozent mit Diagnosen für lebende Patienten und deren Therapie. Mit den neuen Geräten werden mehr als 75.000 histologische, zytologische und bakteriologische Untersuchungen im Kaiser Franz Josef-Spital pro Jahr durchgeführt. Bei jährlich 30.000 Patienten fallen also durchschnittlich 2,5 Befunde pro Patient am Pathologisch-bakteriologischen Institut an. In den oben angeführten Untersuchungen sind noch 450 Obduktionen pro Jahr enthalten.

Diagnosen während der Operation jetzt in halber Zeit möglich

"Die Geschwindigkeit ist im Gesundheitsbereich ein ganz wesentlicher Faktor. Diese Investitionen ermöglichen es,
Diagnosen rascher zu erstellen und den Patienten beim
chirurgischen Eingriff so kurz wie möglich zu belasten", erklärte Univ. Prof. Dr. Martin KLIMPFINGER Vorstand des pathologisch-bakteriologischen Instituts. Die Histologie des Kaiser Franz Josef-Spitals kann nun intraoperative Gefrierschnitte in durchschnittlich fünf bis zehn Minuten, statt bisher zehn bis zwanzig Minuten, abwickeln. Der Operationssaal der Chirurgie ist direkt mit dem Schnellschnittraum der Pathologie verbunden. Dies bedeutet eine optimale Voraussetzung für die Zusammenarbeit zwischen Chirurgen und Pathologen zum Wohle der Patienten.

Durch kürzere Diagnosezeiten profitieren aber auch Patienten mit schweren bakteriellen Infektionen und Intensivpatienten. Die durch die moderne technische Ausstattung verbesserte und
schnellere Diagnostik, ermöglicht effizientere Identifizierung von Bakterien. Diese können dann rascher mit der geeigneten Therapie -wie zum Beispiel Antibiotika - bekämpft werden.

Genforschung im Molekularpathologischen Labor

Neben dem AKH gibt es nun auch das Kaiser Franz Josef-Spital, das zweite Krankenhaus Wiens, das mit einem
Molekularpathologischen Labor ausgestattet ist. Durch die eingesetzten molekulargenetischen Techniken wird die Entscheidungsfindung für die richtige Therapie optimiert. Analog zum DNA-Fingerprinting der Kriminologen und Gerichtsmediziner, werden molekulargenetische Techniken in der modernen Pathologie eingesetzt. Mit dem Unterschied, dass es sich bei den "Tätern" in der Pathologie um Tumorzellen, Bakterien und Viren handelt, die
aber auch einen charakteristischen "genetischen Fingerabdruck" aufweisen, wie etwa in der Kriminologie. Hier geht es um rasche
und effiziente Diagnose und Bekämpfung von Tumoren und
Infektionen.

Bessere Diagnosemöglichkeit und Qualitätssicherung durch Telepathologie

Die Telepathologie ermöglicht Bildübertragungen auf Videoschirme, räumliche Distanzen verlieren an Bedeutung und die multimediale Interaktivität wird Realität. Im Bedarfsfall kann für Lehrveranstaltungen Bildmaterial übertragen werden oder ein
Experte in schwierigen Fällen, mittels Internet, nach seiner Meinung gefragt werden. Damit ist eine Erhöhung der diagnostischen Sicherheit verbunden. Die Nutzung modernster Technologien verkürzt die Befundwartezeit, was nicht nur von ökonomischer, sondern auch von therapeutischer Bedeutung ist. (Schluss) mmr/

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