FSG-Nussgraber: Frauen werden im Handel ausgebeutet

Verstärkte Kontrolle von Arbeitsinspektoren notwendig

Wien (FSG). 70 Prozent der Handelsangestellten sind Frauen. Ein Großteil sei mit den Arbeitsbedingungen jedoch unzufrieden, betonte FSG-Frauenvorsitzende Erika Nussgraber-Schnabl, heute bei der Pressekonferenz ”Rabenmuttertag 2000”. Nussgraber: ”Frauen werden oft ausgebeutet, indem man kollektivvertragliche Regelungen nicht einhält, Mehrleistungen nicht bezahlt und ArbeitnehmerInnenschutzvorschriften nur unzureichend einhält.” ++++

Mit der Nichtbezahlung der Leistungen würden sich Unternehmen mehrere Milliarden Schilling ersparen, so Nussgraber, dies jedoch auf Kosten der Beschäftigten und der Sozialversicherung.

Nussgraber forderte in diesem Zusammenhang verstärkte Kontrollen durch Arbeitsinspektoren, um den arbeitsrechtlichen Standard der Beschäftigten im Betrieb zu garantieren.

Die starke Zunahme von Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung sieht Nussgraber kritisch: ”Frauen brauchen Arbeitsplätze und nicht Arbeitsplätzchen.” Während nur 3,5 Prozent aller Männer Teilzeit arbeiten, liegt die Quote bei Frauen über 30 Prozent, im Handel sind es 20 Prozent. Und die Tendenz steigt. Vor allem im Niedriglohnbereich nehme Teilzeit zu. Die Begründung für viele Frauen, Teilzeit zu arbeiten, ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nussgraber: ”Gebe es bedarfsorientierte Kinderbetreuungseinrichtungen, könnten Frauen auch öfter Vollzeit-Arbeitsplätze annehmen. Die "Wahlfreiheit” der Frauen zwischen Beruf und Familie gebe es in vielen Fällen nicht. Hier gelte es rasch bessere Möglichkeiten zur Vereinbarung zu schaffen.

Weitere Forderungen Nussgrabers: Wiedereinstiegshilfen für Frauen nach der Karenz, Verlängerung der Behaltefrist von vier auf 26 Wochen, betriebliche Weiterbildung, verpflichtende Frauenförderprogramme, familienfreundlichere Arbeitszeiten.

FSG, 11. Mai 2000

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel. (01) 534 44/222
Fax.: (01) 533 52 93
e-mail: fsg@oegb.or.at
Homepage: www.fsg.or.at

FSG-Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGS/NGS