Die Wiener Linien auf Erfolgskurs

Öffentlicher Verkehr erhöht Marktanteil auf 33 Prozent

Wien (OTS) - Die Wiener Linien sind auf Erfolgskurs. Parallel zur ständigen Verbesserung in allen Bereichen des Angebots haben bei den Wiener Linien in den letzten Jahren auch Information und Kommunikation massiv an Bedeutung gewonnen. Inzwischen - dies beweisen aktuelle Marktforschungsergebnisse - werden 33 Prozent aller Wege in Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.

Hochgesteckte Ziele bis zum Jahr 2010

Das Wiener Verkehrskonzept von 1993 gibt den Wiener Linien das ehrgeizige Ziel vor, bis 2010, also innerhalb von 17 Jahren, den Marktanteil der öffentlichen Verkehrsmittel um 20 Prozent zu erhöhen.

Die Wiener Linien haben darauf reagiert und ihr Leistungsangebot qualitativ und quantitativ entscheidend verbessert, durch die Eröffnung neuer Linien, Verlängerung bestehender Linien, Betriebszeitenverlängerungen und Intervallverdichtungen. Die Fahrzeuge wurden, vor allem was den Komfort und das Erscheinungsbild betrifft, entscheidend weiterentwickelt und die Haltestellen und Wartebereiche so ausgebaut, dass die Vorzüge der Niederflurfahrzeuge auch wirklich zum Tragen kommen. Seit Einführung der NightLine bieten die Wiener Linien ihren Kunden rund um die Uhr ein flächendeckendes Angebot. Mit ASTAX und Rufbus werden seit einigen Jahren auch flexible Betriebsformen des öffentlichen Verkehrs getestet.

Mittlerweile gibt es für rund 80 Prozent aller Mobilitätsbedürfnisse der WienerInnen ein Angebot des öffentlichen Verkehrs.

Der Durchschnitt vergleichbarer Städte (wie etwa München, Hamburg, Stuttgart oder Wiesbaden) liegt bei 65 Prozent.

Marketing übernimmt Schlüsselfunktion

Der öffentliche Verkehr hat, obwohl es viele glauben, keine wirkliche Monopolstellung. U-Bahn, Straßenbahn und Autobus hatten immer schon Konkurrenz durch andere Verkehrsmittel. Die bereits erfolgten und noch kommenden Liberalisierungsschritte innerhalb der europäischen Union forcieren zudem die Beschleunigung der Gesetze des freien Marktes auch am Verkehrsmarkt. Nationale und regionale Verkehrsanbieter werden nicht nur mit dem motorisierten Individualverkehr, sondern auch mit heimischen und internationalen Unternehmen der Branche hart um Marktanteile kämpfen müssen.

Die Wiener Linien erkannten dieses Szenario Anfang der Neunziger Jahre. Schon damals war klar, dass die durch das Wiener Verkehrskonzept sehr hoch gelegte Latte (den Marktanteil von 1993 bis 2010 von damals 29 auf 35% zu steigern) nur erreicht werden kann, wenn neben den "hard policies" (Attraktivierung des Angebots) auch neue Wege im Marketing beschritten werden.

Die Wiener Linien haben sich im vergangenen Jahrzehnt vom Versorgungs- zum Dienstleistungsunternehmen entwickelt, aus ehemaligen "Beförderungsfällen" sind inzwischen längst Kunden geworden.

Durch kundenorientierte Angebotsplanung und serviceorientierte Mitarbeiter sind die Wiener Linien inzwischen mehr als eine "vernünftige" Alternative zum Autoverkehr. Die Wiener Linien präsentieren sich an der Schwelle zum 21. Jahrhundert als "Marke" mit emotionaler Anziehungskraft, die sich auch im zukünftigen Wettbewerb innerhalb des liberalisierten Europa wird behaupten können.

Neuer Fahrgastrekord

655 Millionen Fahrgäste konnten die Wiener Linien 1993 begrüßen. Das war ein höherer Wert als in der Nachkriegszeit, wo die Alternativen wesentlich geringer waren als heute, da ja nur sehr wenige Autos zur Verfügung standen. 1998 wurde mit 704,2 Millionen Fahrgästen die 700 Millionen-Marke überschritten. Die im vergangenen Jahr wieder stark gestiegenen Fahrgastzahlen - mit 711,4 Millionen wurde 1999 ein neuerlicher Fahrgastrekord erreicht - und vor allem die Ergebnisse einer aktuellen Verkehrserhebung sind ein eindeutiges Zeichen, dass die Wiener Linien auf dem richtigen Weg sind, die hochgesteckten Ziele auch in Zukunft zu erreichen.

Öffentlicher Verkehr holt auf - Auto verliert

Der Trend zum öffentlichen Verkehr hält an. Dies belegt auch eine aktuelle Verkehrserhebung, die vom Institut "Socialdata" im Auftrag der Wiener Linien durchgeführt wurde.

Wurden 1993 noch 29 Prozent aller Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und 40 Prozent mit dem Auto, so haben die Wiener Linien inzwischen deutlich aufgeholt. Bereits 1996 war das Auto auf einen 38-Prozent-Anteil gesunken, der öffentliche Verkehr hingegen konnte kräftig zulegen (um 3 Prozentpunkte, was einem Zuwachs von 10 Prozent entspricht) und erreichte 32 Prozent.

1999 kann der öffentliche Verkehr weiter zulegen und erreicht einen Markanteil von 33 Prozent.

Die Zuwächse beim öffentlichen Verkehr seit 1993 gehen dabei eindeutig zu Lasten den Autoverkehrs. Der Anteil jener Wege, die im Wien mit dem Auto zurückgelegt werden, hat sich seit 1993 von 40 Prozent auf 36 Prozent reduziert. Der öffentliche Verkehr hat seit 1993 genau diese 4 Prozentpunkte dazugewonnen. Der Anteil der Wege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, ist im Wesentlichen unverändert geblieben.

Betrachtet man nur jene Wege, die mit dem Auto als Fahrer(in) zurückgelegt werden, dann hat der öffentliche Verkehr das Auto inzwischen sogar überholt.

Wiener Linien im internationalen Spitzenfeld

Wien liegt mit einem ÖPNV-Anteil von 33 Prozent zwar noch immer knapp hinter dem allerdings nur knapp halb so großen Zürich, aber deutlich vor anderen größeren Städten wie München (24%), Hannover (23%), Stuttgart (22%),Düsseldorf (21%) oder Bremen (16%). Auch ein Vergleich von österreichischen Städten weist Wien als absoluten Spitzenreiter aus. Die anderen Landeshauptstädte liegen weit abgeschlagen. In Graz etwa werden nur für 16 Prozent aller Wege öffentliche Verkehrsmittel benutzt. In Innsbruck beträgt der Marktanteil des öffentlichen Verkehrs 15 Prozent, in Salzburg gar nur 13 Prozent. Linz hält den 2. Platz mit immerhin 20% ÖPNV-Anteil.

Zuwachsraten vor allem im Freizeitverkehr

Erfreulich: Vor allem an den Wochenenden und an Feiertagen stieg die Nutzung der Wiener Linien überdurchschnittlich stark, nämlich von 17 Prozent (1993) auf 24 Prozent (1999). Der ohnedies schon recht hohe Marktanteil an Arbeitstagen von 35 Prozent im Jahr 1993 hat sich 1999 auf 37 Prozent erhöht.

Immer mehr "freiwillige" Kunden

Das immer noch verbreitete Vorurteil, das öffentliche Verkehrsmittel würde nur dann gewählt, wenn einem nichts "anderes übrigbleibt", widerlegt die aktuelle Untersuchung ebenfalls sehr eindeutig. Nur bei knapp einem Drittel der Fahrten gibt es tatsächlich für den Fahrgast keine Alternative. Ein weiteres Drittel wählt den öffentlichen Verkehr aus subjektiven Gründen, zum Beispiel um Staus oder lästiges Parkplatzsuchen zu vermeiden oder weil ganz einfach die Fahrt mit Straßenbahn, Autobus oder U-Bahn als angenehmer und vorteilhafter empfunden wird als die Fahrt mit dem Auto.

Ein Drittel der Kunden kann jederzeit wieder abwandern

Negative Erfahrungen könnten allerdings ein weiteres Drittel der Wiener Linien-Kunden jederzeit zur Rückkehr zum Auto bewegen. Denn sie wählen Bus, Straßenbahn oder U-Bahn, obwohl sie jederzeit auch eine andere Möglichkeit hätten. So ist beispielsweise ein großer Teil unserer Jahreskartenkunden auch Autofahrer. Diese Kunden zu halten, ist zweifellos eine wichtige Aufgabe des Unternehmens.

Nicht ohne Grund begann mit der ersten Kampagne der Wiener Linien auch das Zeitalter des Direct Marketings. Die damals bereits fast 200.000 Besitzer von Jahreskarten wurden sehr persönlich und direkt angesprochen. Gemeinsam mit den klassischen Werbemaßnahmen ein Weg der sich bezahlt gemacht hat. Heute halten die Wiener Linien bei einer treuen Kernzielgruppe von fast 290.000 Jahreskartenbesitzern.

Die Betreuung der Stammkunden wird von den Wiener Linien natürlich weiter forciert. Zum Vorteilsscheckheft, das Stammkunden im Rahmen eines Mailings einmal jährlich erhalten, werden weitere Bonusleistungen - unter anderem aus der Touristik und dem Freizeitbereich - exklusiv für Jahreskartenbesitzer inzwischen auch regelmäßig über das Kundenmagazin "24 Stunden für Wien" kommuniziert.

Neue Kunden gewinnen

Die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist von einer Vielzahl von Bestimmungsfaktoren abhängig. Aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen dabei immer wieder, dass subjektive Faktoren (Wahrnehmung des vorhandenen Angebots) bei der Verkehrsmittelwahl eine ebenso große Rolle spielen wie "objektive" Faktoren (tatsächliches Angebot).

Der öffentliche Verkehr ist in Wahrheit meist auch besser, als er von vielen seiner potenziellen Kunden eingeschätzt wird. Mängel bestehen oft in erster Linie "im Kopf" und nicht im tatsächlichen Angebot. Da aber die subjektive Einschätzung nun einmal die Basis für Verhaltensentscheide darstellt, gehen auf diese Weise dem öffentlichen Verkehr viele Fahrten verloren.

Potenziale für Veränderungen

In Wien beträgt der ÖPNV-Anteil derzeit - erfreulich hohe - 33 Prozent. 33% ÖPNV-Anteil heißt aber dennoch, dass 67% aller Wege nicht mit dem ÖPNV, sondern mit anderen Verkehrsmitteln (Auto, Fahrrad, zu Fuß) zurückgelegt werden. Ein knappes Viertel (24%) dieser Wege ist durch Sachzwänge (z.B. beruflich bedingte Pkw-Nutzung) gebunden. Bei etwa einem Siebentel (15%) bietet der ÖPNV zur Zeit keine (akzeptable) Erschließung oder Verbindung. Hier kann nur mit klassischen Systemmaßnahmen ("hard policies") angesetzt werden. Im verbleibenden knappen Drittel stehen nur subjektive Gründe einer ÖPNV-Nutzung entgegen. Eine Nutzung des öffentlichen Verkehrs wäre also - ohne jegliche Systemmaßnahme - jederzeit möglich, wenn Maßnahmen der Information und Kommunikation entsprechende Erfolge haben könnten.

Hier wird klar, welche Potenziale für Verhaltensänderungen im subjektiven Bereich schlummern. Hier wird auch klar, dass ein erfolgreiches Marketing nach Möglichkeiten und Maßnahmen zur Aktivierung dieses Potenzialfeldes suchen muss.

Mehr Kunden durch Information und Kommunikation

Die Wiener Linien betrachten Information daher längst auch als Bringschuld und versuchen durch den verstärkten Einsatz von neuen und traditionellen Informationsmedien (Elektronischer Fahrplan, neue Haltestellenaushängen mit farbigen Umgebungsplänen, neue offensive Vertriebswegen für Broschüren) Informationsdefizite auszugleichen.

Die Erkenntnis, dass der subjektive Bereich von großer Bedeutung bei der Wahl der Verkehrsmittel ist, mündet unter anderem auch in die aktuell laufende Werbekampagne der Wiener Linien, die versucht mit ihrem "Human Touch" positive Werte im Bereich der persönlichen Beziehung der Kunden zur Marke "Wiener Linien" aufzubauen. (Schluss) wstw

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