Bundesgesetz über Buchpreisbindung behindert Leseförderung massiv

Wien (OTS) - Das geplante Bundesgesetz über die Preisbindung bei Büchern behindert Österreichs Öffentliche Büchereien massiv. Internationaler Bibliothekskongreß in Eisenstadt diskutiert Gegenmaßnahmen.

Entgegen den derzeitigen Usancen hätten sowohl Schul- als auch Öffentliche Büchereien keinerlei Anspruch auf Sonderrabatte. Konkrete Folge: Das Volumen des Buchankaufs und damit auch der Buchbestand würde bei gleich bleibenden Subventionen deutlich sinken. Während der bis 1. Juli 2000 geltende länderübergreifende Sammelrevers (Österreich, BRD, Schweiz) einen Sonderrabatt von 10 Prozent für die Öffentlichen Büchereien vorsieht, beinhaltet die nun geplante österreichische Preisregelung einen derartigen Passus nicht und verbietet damit Buchhändlern gesetzlich, Öffentlichen Büchereien und Schulbüchereien Sonderrabatte in der bisherigen Form zu gewähren. Der Entwurf enthält unter § 6 eine lange Liste von Ausnahmen von der Preisbindung (z.B.: 10 % Rabatt für Wissenschaftliche Bibliotheken); die Öffentlichen Büchereien - mit mehr als 2.500 Standorten und über 1,1 Millionen eingeschriebenen Lesern eine der größten und aktivsten Literaturvermittlungs- und Leseförderungsinstitutionen dieses Landes - scheinen hierbei nicht auf. Die Öffentlichen Büchereien begrüßen ein Gesetz, dessen Grundintention es ist, das Kulturgut Buch zu schützen, allerdings protestieren sie vehement gegen ein Gesetz, das der Leseförderung massiv schadet. Bei dem in Eisenstadt vom 10. - 12 Mai stattfindenden Internationalen Bibliothekskongress "Bibliotheken heute: aktuell - informativ - kommunikativ", zu dem sich mehr als 300 Experten aus dem In- und Ausland angemeldet haben, werden Literaturförderungsmaßnahmen, Vernetzungen der Bibliotheken und eine Technologieoffensive präsentiert. Das geplante Gesetz stößt hierbei auf allgemeines Unverständnis, die ausländischen Referenten verweisen auf komplett gegenläufige Praktiken in ihren Ländern.

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