Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Susi und Strolchi auf Tournee

Ausgabe vom 6.5.2000

Mit einem 18 Punkte umfassenden Aktionsplan will die schwarz-blaue Koalition den EU-Sanktionen den Kampf ansagen. Einiges in diesem Papier, das gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, klingt recht vernünftig, anderes erinnert eher an Folklore. Etwa, wenn in den 14 Mitgliedsstaaten "Österreich-Aktionstage" durchgeführt werden sollen, an denen heimische Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur teilnehmen. Na, bravo! Vielleicht werden sich "Susi und Strolchi" im Trachtenlook auf einer Bühne in Brüssel präsentieren und den Regierungsjodler schmettern.

Spaß beiseite, aber seit der Haider-Ära wird von Österreich tatsächlich ein falsches Bild gezeichnet. Auch die KTZ-Redakteure, die ausländischen TV-Stationen Rede und Antwort standen, wissen davon ein Lied zu singen. Viele Journalisten waren bei ihrem Kärnten-Besuch auf der Suche nach Nazi-Symbolen, andere waren enttäuscht darüber, dass Haiders Haus im Bärental nicht einer bewachten Festung glich. Einige wiederum hatten erwartet, dass die Klagenfurter auf der Straße den Hitler-Gruß austauschen würden.

Das ist die eine Seite. Andererseits werden wir mit Grüß Gott, Mozartkugeln und Lipizzanern kein Umdenken bei den 14 Staaten herbeiführen. Das Bild einer heilen Welt ohne belastende Vergangenheit haben wir den anderen jahrelang vorgegaukelt. Schluss damit. Die EU und Washington ließen gestern wissen, dass an den Sanktionen festgehalten wird. Daran wird auch eine mögliche Volksbefragung nichts ändern, die zwar der FPÖ den Rücken stärkt, aber Österreich schadet.

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