Verzetnitsch: Zeigen wir dieser Regierung die rote Karte (4)

Aktion der "Tausend Nadelstiche" ist angesagt

Wien (ÖGB). "Zeigen wir dieser Regierung die rote Karte", rief ÖGB-Präsident zum Abschluss der Betriebsräte- und Personalvertreter-Konferenz die mehr als 4.000 TeilnehmerInnen auf. Verzetnitsch kündigte gleichzeitig die "Aktion der 1.000 Nadelstiche" gegen die Regierung an.++++

Der ÖGB-Präsident verglich die derzeitige Situation mit einem Betrieb. Im "Betrieb Österreich" sei die Regierung sozusagen das Konstruktionsbüro. Allerdings, so Verzetnitsch, "liefert dieses Konstruktionsbüro dauernd Pläne, die einfach nicht umzusetzen sind. In diesem Büro kennt man offensichtlich nur drei Stempel: abbauen, streichen, d´rüberfahren".

Die Vorgangsweise der blau-schwarzen Regierung verglich der ÖGB-Präsident mit dem berühmten Zitat des Wiener Kabarettisten Qualtinger: "I was zwar net wohin, aber Hauptsach´ is, i bin schneller dort!" Verzetnitsch: "Diese Regierung will in 100 Tagen beweisen, dass sie was arbeitet. Dazu brauchen wir nicht 100 Tage. Jeder von uns beweißt, egal wo er tätig ist, dass täglich gearbeitet wird".

Der ÖGB-Präsident zeigte sich gegenüber der Regierung erneut gesprächsbereit. Verzetnitsch: "Aber ich bettle nicht um ein Gespräch". Aktuell stelle sich die Frage "ob die Regierung kapiert, dass wir Konzepte haben". Er forderte u. a. altersgerechte und gesunde Arbeitsplätze, eine echte Gleichstellung der ArbeiterInnen mit den Angestellten, eine gerechte Aufteilung des Wohlstandes sowie die Erhaltung der Industriekerne in österreichischer Hand. Verzetnitsch warnte vor dem Privatisierungswahn. "Der Aktienkurs platzt ihnen aus den Augen".

Der ÖGB-Präsident machte deutlich, dass "wir uns nichts mehr gefallen lassen. Dass wir sagen, was wir wollen. Uns ist es ernst um die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer". Für Verzetnitsch ist diese Regierung zwar legitim und die Gewerkschaften sind keine Parteien. "Aber wir müssen aufzeigen, dass wir die Taten dieser Regierung nicht widerstandlos hinnehmen. Wir beurteilen sie danach, was sie für die ArbeitnehmerInnen machen. Wir bekämpfen ihre Taten und nicht, dass sie als Regierung existiert."

Verzetnitsch weiter: "Wir haben es nicht notwendig mit Diffamierung, Rassismus sowie Spaltung in Leistungswillige und Modernisierungsverlierer zu agieren. Wir stehen für den sozialen Ausgleich". Dieser sei allerdings durch die Taten der Regierung nicht gegeben. So würden Unternehmer, Großbauern und Hausbesitzer insgesamt rund 20 Mrd. S geschenkt bekommen. "Und dann geht die Regierung her und kündigt an, dass es ein Budgetloch gibt und die ArbeitnehmerInnen werden zur Kasse gebeten". Nach Ansicht des ÖGB-Präsidenten wolle die Regierung bieg- und schmiegsame AnbeitnehmerInnen. Übersetzt bedeute dies, dass sich die ArbeitnehmerInnen und ihre VertreterInnen anpassen sollen. Verzetnitsch: "Wir sind nicht angepasst. Wir lassen uns nicht biegen. Alle müssen an einem Strang ziehen. Auch Susi und Strolchi". (ff)

ÖGB, 5. Mai 2000

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