Wiener Liberale fordern Ergänzung des Wiener Jugendwohlfahrtsgesetzes

LIF-Bolena: "Betreuung von Ferienlagern nur mit entsprechender pädagogischer Ausbildung!"

ein Bundesgesetz (Gewerbeordnung) - Wien (OTS) Zu Beginn der heutigen Landtagssitzung richtete Alexandra Bolena, Sozialsprecherin der Wiener Liberalen, an Stadträtin Laska die Frage, ob sie die Bestimmungen bezüglich Feriencamps und Ferienlager für zeitgemäß halte. Bolena selbst beantwortete diese Frage mit einem entschiedenen "Nein". "Wer in Österreich ein Ferienlager führen will, muss dafür nicht etwa pädagogische Kenntnisse vorweisen - nein, eine Reisebürokonzession tut's auch", kritisierte sie.

In einigen Bundesländern gebe es im Jugendwohlfahrtsgesetz Bestimmungen betreffend Ferienlager, in anderen würden diese gänzlich fehlen. "Die weiteren gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung auf Ferienlagern lassen sich von der Gewerbeordnung ableiten. D.h. wenn im Rahmen eines Ferienlagers etwas passiert, gilt neben dem österreichischen Strafrecht einerseits ein Landesgesetz (Jugendwohlfahrtsgesetz), andererseits zumindest wenn ein Reisebüro der
Veranstalter ist", übte Bolena Kritik an dieser komplizierten gesetzlichen Regelung.

Darüber hinaus seien Bestimmungen und qualitätssichernde Kriterien bezüglich Jugendarbeit, die während des ganzen Jahres Gültigkeit hätten, ausgerechnet in den Ferien nicht gültig. "Um mit Kindern und Jugendlichen beruflich arbeiten zu dürfen, müssen diplomierte SozialpädagogInnen und SozialarbeiterInnen eine dreijährige berufliche Ausbildung absolvieren, für die Betreuung in den Ferien ist allerdings keinerlei Befähigungsnachweis notwendig", so die liberale Sozialsprecherin.

Mit Prävention, vorrangig mit Primärprävention, die darauf abziele, einen "Schaden" gar nicht erst entstehen zu lassen, habe diese "Nichtregelung" wenig zu tun. Doch gerade solche primärpräventiven Bestimmungen seien in Zeiten des offenen Diskurses über Kindesmissbrauch und angesichts einer steigenden Zahl entsprechender Anzeigen längst überfällig. Dies umso mehr, als auch der gemeindeeigene und von der Stadt Wien geförderte "Verein Wiener Jugenderholung", der jährlich rund 300 Aktionen mit ca. 8000 Kindern veranstalte, nicht nur qualifiziertes Personal einsetze.

"Wir fordern deshalb eine Ergänzung des Wiener Jugendwohlfahrtsgesetzes. Der Magistrat hat vor der Bewilligung eines Ferienlagers sicherzustellen, dass die Kinder und Jugendlichen von entsprechend qualifiziertem Personal betreut werden. Zumindest die LeiterInnen von Ferienlagern sollten eine entsprechende pädagogische Qualifikation nachweisen müssen", verlangte Bolena. Weiters wurde die Sozialstadträtin aufgefordert, mit den verantwortlichen PolitikerInnen der anderen Bundesländer in Kontakt zu treten, um sicherzustellen, dass entsprechende Kriterien österreichweit Geltung erlangen. "Als letzten Schritt fordern wir eine zentrale Informationsstelle, die österreichweit über die vorhandenen Ferienlager-Angebote informiert", so Bolena abschließend.

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