"Neues Volksblatt" Kommentar: "Nächtens in Ambulanzen" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 5. 5. 2000

Linz (OTS) - Der Autor dieser Zeilen hatte zuletzt Pech und
musste, aufgrund akuter Verletzungen, zweimal mitten in der Nacht Ambulanzen aufsuchen. Das erste Mal, es war ungefähr zwei Uhr früh, klagte der vor ihm eingetroffene Patient, ihm würde ãder Arm abfallenÒ. Das zweite Mal meinte der behandelnde Arzt, er war schon Stunden im Dienst, der Autor sei an diesem Tag der erste Patient, bei dem eine Behandlung dringend nötig sei.

Spitalsärzte klagen in Gesprächen immer wieder, dass die Ambulanzen, vor allem nächtens, massiv zu Einrichtungen der Beschäftigungstherapie geworden seien.

Das ist natürlich nicht der alleinige Grund für die überbordenden Ambulanzkosten, auf die Staatssekretär Reinhart Waneck gestern aufmerksam machte - aber doch auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Die geplanten Selbstbehalte bei den Ambulanzen könnten hier tatsächlich Erleichterung schaffen.

Das grundlegende Problem, das den oben geschilderten Vorgängen zugrunde liegt, bleibt aber: In Österreich leben Menschen derart vereinsamt, dass sie den Spitalsbesuch offensichtlich für ihre seelische Gesundheit brauchen. Hier kann die Politik nicht helfen -nur jeder Einzelne.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS