Was ist seelische Krankheit wert?

Wien (OTS) - Krankenkassen verhindern Psychotherapie auf Krankenschein Politik lässt Patienten im Stich =

Die Fakten:

1991: Das österreichische Parlament beschließt einstimmig, daß jeder versicherte Bürger, jede versicherte Bürgerin und deren Angehörige seelische Heilbehandlung durch PsychotherapeutInnen erhalten sollen, wenn sie dieser bedürfen.

1993: Die Krankenkassenbeiträge werden unter anderem mit dem Argument der Finanzierung von Psychotherapie auf Krankenschein erhöht.

1999: Im Oktober tritt der Hauptverband der Sozialversicherungsträger an die Öffentlichkeit und verkündet, daß sofort Psychotherapie auf Krankenschein umgesetzt wird, sobald die PsychotherapeutInnen zustimmen. Den PatientInnen wird die notwendige Behandlung für April 2000 in Aussicht gestellt.

12. Februar 2000: Die PsychotherapeutInnen stimmen mit 71%iger Mehrheit dem Gesamtvertrag zu.

25. April 2000: Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger lehnt den von der Hauptverbandsspitze in 10jähriger Verhandlungsarbeit erzielten Gesamtvertrag ab.

"Resultat":

1. Die PatientInnen warten noch heute auf "Psychotherapie auf Krankenschein", die Berufsgruppe der PsychotherapeutInnen wurde gefoppt.

2. Die ökonomisch und wissenschaftlich richtige Behandlungsform für 400 000 Österreicherinnen und Österreicher (darunter viele Kinder) wird zugunsten extremer Anstiege von Psychotabletten verworfen.

3. Die monatlich auch für die Psychotherapie eingehobenen Beiträge werden seit 1993 zweckentfremdet und großteils in andere Kanäle geleitet.

4. Gesetzesbruch wird zur Methode, die Krankenkassen verletzen ihre Vorsorgepflicht gegenüber ihren Versicherten.

5. Wo wird "gespart": an den psychisch Kranken!

So sieht derzeit Gesundheitspolitik in Österreich aus!

Hon.-Prof. Dr. Alfred Pritz (Präsident des ÖBVP)
Dr. Jutta Fiegl (Verhandlungsleiterin)

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