Österreichs Exportmärkte in Süd- und Südsostasien boomen wieder

1999 fast überall zweistellige Zuwachsraten - Handelsbilanzdefizit Österreichs schrumpfte von 4 auf 1,4 Mrd Schilling

Wien(PWK) Nur drei Jahre nach der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise ist Asien mit einem Wachstum von 6,2 Prozent (1999) laut der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) wieder die am schnellsten wachsende Region der Welt. Auch den österreichischen Exporteuren gelang es 1999 den Wirtschaftsaufschwung in Süd- und Südostasien zu nutzen und die Exporteinbrüche des Jahres 1998 mehr als wett zu machen.

"Betrugen die österreichischen Ausfuhren in diese Region 1998 8,3 Mrd Schilling, konnten sie 1999 um 33,3 Prozent auf 11 Mrd Schilling gesteigert werden. Da die Importe aus diesen Ländern nach Österreich aber praktisch stagnierten (12,4 Mrd Schilling), verbesserte sich Österreichs Handelsbilanzdefizit mit Süd- und Südostasien 1999 von 4 auf nunmehr 1,4 Mrd Schilling", berichtet der stv. Leiter der Abteilung für Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Georg Schramel. Gemeinsam mit den Österreichischen Handelsdelegierten in Jakarta, Bangkok, Singapur, New Delhi, Kuala Lumpur, Manila und Karachi wurden anlässlich der derzeit stattfindenden Außenhandelstagung "Süd- und Südostasien" die Entwicklungen in den einzelnen Länder vor Journalisten analysiert.

"Die Lieferungen zu Österreichs größtem Exportmarkt in Südostasien, Indonesien, erreichten 1999 einen Zuwachs von 52,2 Prozent auf 2,7 Mrd Schilling, während die Importe um 11,7 Prozent auf 1,6 Mrd Schilling sanken", so Schramel. Regen Absatz in dem 200 Mio Einwohner zählenden Staat fanden vor allem bearbeitete Waren wie Brückenteile, Eisenbahnschienen, Papier und Pappe sowie österreichische Maschinen und Fahrzeuge. Bei den Importen aus Indonesien ist eine deutliche Verlagerung von landwirtschaftlichen Rohstoffen zu verarbeiteten Waren festzustellen. Die wirtschaftliche Lage in Indonesien erholt sich, bei den österreichischen Investitionen ist jedoch trotz weitgehender Deregulierung noch eine gewisse Vorsicht festzustellen.

"Auch zu dem wichtigen Markt Thailand, wohin Österreich im Vorjahr Waren im Wert von 2,1 Mrd Schilling lieferte, verzeichneten die Exporte eine Steigerung von 58,7 Prozent. Die Importe stiegen um 19,3 Prozent auf 2,2 Mrd Schilling, womit fast eine ausgeglichene bilaterale Handelsbilanz erreicht werden konnte", erklärte Schramel. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die Lieferung der Zugsgarnituren für das Hochbahnprojekt Bangkok (Skytrain) im Wert von 1,2 Mrd Schilling. Ohne diesen Großauftrag, der von der Wirtschaftskrise glücklicherweise nicht beeinträchtigt wurde, hätten die österreichischen Exporte beträchtliche Einbußen verzeichnet. Das Schlimmste nach Ausbruch der südostasiatischen Krise habe Thailand aber bereits hinter sich.

Die österreichischen Exporte nach Singapur, die bis 1995 kontinuierlich auf 2,4 Mrd Schilling anstiegen, waren in den drei Folgejahren rückläufig. "1999 trat nun eine Trendumkehr ein und unsere Ausfuhren legten um 46,5 Prozent auf 1,8 Mrd Schilling zu. Damit zeigt sich auch im Außenhandel die Überwindung der Krisenjahre und der wirtschaftliche Aufschwung Singapurs", berichtet Schramel.

Zu einer Stagnation kam es hingegen sowohl import- (+0,7 Prozent) als auch exportseitig (+0,5 Prozent) auf dem südasiatischen Markt Indien. Die österreichischen Ausfuhren beliefen sich auf 1,4 Mrd Schilling, die Einfuhren auf 2 Mrd Schilling. Schramel machte aufmerksam, dass hier noch ungenutztes Geschäftspotential brach liege, wo zB auch durch die knapp bevorstehende Einfuhrliberalisierung des Konsumgüterbereiches viele neue Chancen eröffnet werden.

Rückläufig entwickelten sich bereits zwei Jahre in Folge Österreichs Exporte nach Malaysia. Die Ausfuhren verringerten sich um 8,3 Prozent auf 900 Mio Schilling. "Es war aufgrund der Wirtschaftskrise bzw. deren Nachwirkungen ein geringeres Geschäfts- und Besuchsinteresse österreichischer Firmen festzustellen. Für 2000 sind die Exportaussichten für Österreich wegen des raschen Wirtschaftsaufschwungs in Malaysia aber wieder positiv einzuschätzen", meint Schramel.

Auf den Philippinen konnten österreichische Unternehmen bereits seit vier Jahren starke Exportsteigerungen verbuchen. Das dynamische Wachstum hält mit 29 Prozent auf über 700 Mio Schilling auch 1999 an. Ebenso schnellten die Ausfuhren Österreichs nach Pakistan um 50 Prozent in die Höhe. Die Einfuhren sowohl von den Philippinen als auch aus Pakistan ließen 1999 nach und führten für Österreich zu verbesserten Handelsbilanzen, schloss Georg Schramel bei der Außenhandelstagung. (Ne)

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